Wie "Klippan" zu seinem Namen kam: Das steckt hinter Firmen- und Produktnamen
- Häufig Abkürzungen oder Zusammensetzungen
- Ikea benennt nach Orten, Flüssen, Vornamen & Co.
Billa, Spar, Ikea und Obi: Die Namen der großen Handelsketten sind den meisten Konsumenten geläufig, aber die wenigsten wissen, was oder wer sich dahinter versteckt. Beim schwedischen Möbelriesen gibt es sogar ein ausgeklügeltes System, wonach die einzelnen Stücke nach Städten, Vornamen oder Flüssen benannt werden.
So steht der Name der Lebensmittelkette Billa für "BIlliger LAden". 1960 tauchte dieser Name zum ersten Mal in Österreich auf und verschwand auch nicht, als Unternehmens-Gründer Karl Wlaschek 1996 die Kette an die deutsche Rewe-Gruppe verkaufte. Auch hinter diesem Namen versteckt sich eine Abkürzung: REvisionsverband der WEstkaufgenossenschaften.
Der Name der Handelsgesellschaft Adeg ist ebenfalls durch die Zusammensetzung mehrerer Worte entstanden. 1895 schlossen sich steirische Kaufleute zu einer Einkaufsgenossenschaft zusammen, deren Dachorganisation "Arbeitsgemeinschaft Der EinkaufsGenossenschaften" - kurz Adeg - 1929 gegründet wurde.
Auf ein Motto ist der Name der Handelskette Spar zurückzuführen. Der Leitgedanke des 1932 in den Niederlanden gegründeten Unternehmens lautet: "Door Eendrachtig Samenwerken Profiteren Allen Regelmatig" (Durch einträchtiges Zusammenwirken profitieren alle regelmäßig). Zum Symbol des Unternehmens wurde die Tanne gewählt - auf niederländisch "De Spar". Seit 1954 ist Spar in Österreich tätig.
Ein weiterer Lebensmittelhändler, dessen Namen eine Zusammensetzung mehrerer Worte darstellt, ist Plus. Die Bezeichnung des Diskonters, der zur Tengelmann-Gruppe gehört, leitet sich vom Firmenmotto "Prima Leben Und Sparen" ab.
Der Name des Baumarktes Obi, der ebenfalls zur Tengelmann-Gruppe gehört, entstand allerdings nicht durch eine Abkürzung, sondern geht auf die französische Aussprache des Wortes "Hobby" zurück.
Der Name des schwedischen Einrichtungsriesen Ikea ist wiederum eine Zusammensetzung. Die Anfangsbuchstaben des Vor- und Nachnamen des Gründers (Ingvar Kamprad ) und dessen Geburtsort (Elmtaryd bei Agunnaryd) wurden einfach aneinander gereiht. Nicht nur die Namensgebung des Möbelhauses war einfallsreich, auch die Bezeichnung der Produkte kann als äußerst kreativ bezeichnet werden. Zwei IKEA-Mitarbeiterinnen in Schweden versehen die Möbel- und Einrichtungsstücke mit Orts- oder Flussnamen, Berufen, Begriffen oder Vornamen.
Sofas, Sessel oder Couchtische tragen meistens schwedische Ortsnamen (wie beispielsweise Klippan, Göteborg oder Lund). Badezimmerartikel sind nach skandinavischen Flüssen oder Seen benannt (Vättern oder Racken) und für Lampen werden schwedische Bezeichnungen aus der Musik, Chemie oder Meteorologie (Mylonit oder Fado) verwendet. Stoffe oder Vorhänge erhalten hingegen weibliche Vornamen (Inez, Britt), während Stühle und Schreibtische Männernamen tragen (Tovik, Jonas oder Alfons). Eine Besonderheit ist der Name der Küchenartikel, der oft die Funktion des Geräts beschreibt. Ein Schneidbrett heißt zum Beispiel "Lämplig", was auf Schwedisch "zweckmäßig" bedeutet.
Nicht nur Ikea, sondern auch die Süßwarenfirma Haribo und der Sportartikelhersteller Adidas, haben ihre Namen dem Firmengründer zu verdanken. Haribo setzt sich aus HAns RIegel und BOnn zusammen, wo sich die erste Produktionsstätte des Süßwarenfabrikanten befand. Adidas entstand aus dem Namen des Gründers ADI DASsler.
(apa)

