Freitag, 7. September 2007

In Weißrussland: Telekom Austria vor
größtem Zukauf der Firmengeschichte

  • Kaufpreis liegt angeblich über 1,6 Milliarden Euro
  • Aufsichtsratssitzung soll am 2. Oktober entscheiden

Die Telekom Austria steht offenbar vor dem größten Zukauf in der Firmengeschichte. Wie die APA aus Finanzkreisen erfuhr, plant die Mobilfunktochter Mobilkom Austria eine milliardenschwere Übernahme in Weißrussland. Für 2. Oktober soll eine Aufsichtsratssitzung bei der Telekom Austria angesetzt worden sein. Offiziell hieß es aus der Telekom Austria-Gruppe dazu auf APA-Anfrage nur: "No Comment."

Der erwartete Kaufpreis soll laut den Finanzkreisen etwas über jenen 1,6 Mrd. Euro liegen, die die Mobilkom 2005 für den bulgarischen Marktführer MobilTel bezahlt hat. Das betroffene weißrussische Unternehmen steht demnach derzeit mehrheitlich in staatlichem Besitz. Die Gespräche liefen schon länger. Die Telekom verhandle exklusiv, hieß es. Um welches weißrussische Unternehmen es sich konkret handelt, ist noch nicht bekannt.

Schon 2005 hatte die Telekom Weißrussland im Visier gehabt. "Ich denke an Rumänien, Weißrussland, Russland oder auch die Ukraine", erklärte der seinerzeitige Telekom Austria-Generaldirektor Heinz Sundt vor zwei Jahren in einem Zeitungsinterview. Der jetzige Telekom Austria-General Boris Nemsic hat im August Pläne zu einer Übernahme in Weißrussland noch dementiert.

Seit zwei Wochen befindet sich der weißrussische Mobilfunkmarkt im dramatischen Umbruch. Wie die staatliche Nachrichtenagentur BelTA Ende vor 16 Tagen berichtete, ist der am längsten bestehende Mobilfunkbetreiber des Landes Mobile Digital Communications (MDC) mit den Marken Velcom und Privet laut dessen Pressestelle an die zypriotische Samauwi Brothers Telecom (SB Telecom) verkauft worden, die bisher 49 Prozent des Unternehmens besaß. MDC unter ihrem Chef Kai Übach, früher Manager im deutschen Siemens-Konzern, ist damit der erste Mobilfunker des Landes überhaupt vollprivatisiert. (apa/red)

7.9.2007 20:42