Freitag, 7. September 2007

Günstige Konditionen und Geschenke: Wie Banken die Studienanfänger locken wollen

  • Studenten gelten als die guten Kunden von morgen
  • FORMAT zeigt, wer die attraktivsten Angebote hat

Nur noch etwa drei Wochen, dann beginnt für mehr als 30.000 Studienanfänger in Österreich der Ernst des Lebens. Ein Großteil der
Studierenden arbeitet sogar nebenbei, um sich das Studium zu finanzieren. Die gute Nachricht: Die Banken sehen in den Studenten die guten Kunden von morgen. Deshalb buhlen die Kreditinstitute mit Gratiskonten, kostenlosem Internetbanking, Zusatzleistungen und Geschenken um die Gunst der Studiosi. FORMAT zeigt, welche Banken das beste Angebot haben.

Konto zum Nulltarif
Ein Konto zum Nulltarif gehört fast zum Standard. Kontoführung und Buchungen sind bei den meisten heimischen Kreditinstituten gratis – eine Wohltat für die ewig leere Geldbörse während der Studienzeit. Doch es gibt auch Ausnahmen.
So ist die Gratis-Kontoführung bei der PSK an ein Plus auf der Habenseite am Konto gebunden. Rutscht der Kunde ins Minus, fallen pro Quartal 3,11 Euro Spesen an. Die Oberbank verlangt von vornherein von den Akademikern in spe 3,23 Euro pro Quartal, im Jahr also 12,92 Euro, während die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien neben einem Gratis-Basiskonto auch eine kostenpflichtige XL-Variante anbietet. Für 15 Euro pro Quartal gibt es bei der Raiba auf der Habenseite eine Verzinsung von 2,25 Prozent (Standard 0,75 Prozent). Zudem wird im ersten Abschnitt ein Überziehungsrahmen von 1.500 Euro, im zweiten einer von 2.500 Euro eingeräumt. Großzügiger zeigen sich bei potenziellen Schuldnern die Bank Austria Creditanstalt, die unabhängig vom Studienabschnitt eine Einkaufsreserve von 3.000 Euro gewährt, dieVolksbankWien, die im zweiten Studienabschnitt bis 3.600 Euro die Augen zudrückt, oder auch die Hypo Alpe-Adria, die im selben Zeitraum die Uni-Frischlinge ihr Konto bis zu 4.000 Euro überziehen lässt.

Die Kehrseite sind die Sollzinsen, wobei sich beim Vergleich der Banken erstaunlich große Unterschiede ergeben. Das attraktivste Angebot präsentiert in dieser Sparte die Sparda Bank Linz. Mit 6,75 Prozent auf der Soll-Seite kommen die Studenten dieser Bank besser weg als bei den meisten Großbanken, die in der Regel etwa 9,5 Prozent verlangen. Die oberösterreichische Regionalbank VKB offeriert mit 6,875 Prozent denn zweitbesten Sollzinssatz. Der ist allerdings an eine Bedingung gebunden: Wird der vereinbarte Rahmen überzogen, kommen noch einmal fünf Prozent dazu. Noch ein Plus können die oberösterreichischen Banken für sich verbuchen:
Mit 2,5 Prozent ist das eingezahlte Geld auf dem Konto der Studienanfänger bei der Sparda Bank Linz gut verzinst. Die
Oberbank zahlt immerhin 2,375 Prozent. Am besten ist das Geld bei der Hypo Alpe-Adria aufgehoben: Die Habenzinsen erreichen dort 2,7 Prozent.

Kostenlose Kreditkarten
Bei der Vergabe von kostenlosen Kreditkarten
sind die Banken großzügig. So haben die Erste Bank, die Hypo Niederösterreich, die Hypo Tirol, die Volksbank Wien, die Raiffeisen Oberösterreich und die VKB die Gratiskreditkarte (meist MasterCard) neben der kostenlosen Kontoführung in ihr Studentenpaket aufgenommen.
Der Jahresbetrag wird aber nur im ersten Jahr übernommen. Danach zahlen Studiosi die halbe Jahresgebühr, also 27,25 Euro. Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich zahlt zusätzlich eine Gutschrift von 30 Euro auf die erste Kartenabrechnung. Bei der PSK Master Card zahlt der Kunde ab einem Jahresumsatz von 1.010 Euro 19,44 Euro pro Jahr, ab 2.025 Euro Einkauf ist die Karte gratis. Bei der Bawag-Tochter easybank ist die Gratiskreditkarte für die gesamte Laufzeit im easy-Erweiterungspaket inkludiert. Dazu gibt es eine Reihe von Zusatzleistungen. Erste Bank, BA-CA und die Raiffeisen OÖ punkten mit einer Gratis-Haftpflichtversicherung, die bei Sach- und Personenschäden an Dritten schützt.
Wenn man zum Beispiel als fahrradbegeisterter Student eine Person bei einem Unfall schwer verletzt, schützt die Haftpflichtversicherung vor finanziellem Ruin.
Die Hypo Niederösterreich übernimmt einmalig den Beitrag für die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH), die Volksbank Wien rückt mit Gutscheinen von H&M sowie einem Hundert-Euro-Vorsorgegutschein heraus, Raiffeisen NÖ-Wien verlost einen Sprachaufenthalt in Australien, und die Erste Bank versüßt den studentischen Neukunden das Unileben mit einer Bankomatkarte, die zugleich internationaler Studienausweis wie auch Mitgliedskarte der ÖH ist.

Vorsicht bei zusätzlichen Kosten!
Aufpassen heißt es für Studenten bei den zusätzlichen Kosten, wie bei der Löschung eines Dauerauftrags oder bei Bareinzahlungen, die bei einigen Banken extra verrechnet werden. Auch das Alter spielt bei den Kreditinstituten eine gewichtige Rolle. So bekommt ein Student
bei der Erste Bank, der Bank Austria, der Raiffeisen NÖ-Wien, der PSK und der Hypo Alpe-Adria mit Inskriptionsbestätigung bis zum 30. Lebensjahr die vergünstigten Konditionen, während beispielsweise die Hypo Tirol oder auch die Volksbank bereits beim vollendeten 26. Lebensjahr das Kontosponsoring auslaufen lassen.

Weitere Informationen, auch zum Thema Studentenkredite, finden Sie im aktuellen FORMAT 36/07!

7.9.2007 16:02