Freitag, 7. September 2007

Schwarzarbeit wird strenger kontrolliert: Zuständige Beamte seit 2002 verzehnfacht

  • 14,3 Mio. Euro Geldstrafen im 1. Halbjahr beantragt

Die Kontrolleinheit zur Bekämpfung von illegaler Beschäftigung (KIAB) schlägt immer öfter zu. Im ersten Halbjahr 2007 wurden 6.318 illegale ausländische Beschäftigte in 17.017 kontrollierten Betrieben ohne Arbeitsbewilligung ertappt, das waren mehr als im Gesamtjahr 2004, als insgesamt 6.201 Schwarzarbeiter erwischt wurden. Die Zahl der inländischen Schwarzarbeiter wird statistisch nicht erfasst.

Dies geht aus einer aktuellen Anfragebeantwortung von Finanzminister Molterer an Nationalratspräsidentin Prammer hervor. Die Summe der beantragten Geldstrafen lag mit 14,3 Mio. Euro im Halbjahr auch über dem Gesamtbetrag von 2004, als die beantragten Geldstrafen insgesamt 13,8 Mio. Euro ausgemacht hatten. Im Halbjahr 2007 wurden 3.668 Strafanträge eingebracht, 2004 waren es im Gesamtjahr 3.372.

Insgesamt dürfte die KIAB heuer im Gesamtjahr deutlich mehr Schwarzarbeiter erwischen als im Jahr 2006. Damals wurden 22.372 Unternehmen von den KIAB-Mitarbeitern kontrolliert. 8.215 Schwarzarbeiter wurden aufgegriffen, Geldstrafen im Volumen von 24,2 Mio. Euro wurden beantragt. An die Krankenkassen gingen 4.250 Kontrollmitteilungen ein, die Anzahl der Strafanträge betrug 5.275. Insgesamt wurden 2006 65.321 Beschäftigte kontrolliert, im ersten Halbjahr 2007 waren es bereits 46.241 Arbeitnehmer.

Die zum Finanzministerium ressortierende KIAB hat ihr Personal seit 2002 fast verzehnfacht. 2002 beschäftigte der Pfusch-Kontroll- Trupp lediglich 34 Mitarbeiter, 2006 wurde der Personalstand auf 296 erhöht und betrug zuletzt 311 Mitarbeiter.

Die Sozialpartner haben sich heuer im Frühjahr im Kampf gegen die Schwarzarbeit auf ein gemeinsames Modell zur Sozialversicherungsanmeldung geeinigt. Demnach müssen die Dienstgeber Arbeitnehmer vor Arbeitsantritt zur Sozialversicherung anmelden. (apa/red)

7.9.2007 13:40