Freitag, 7. September 2007

Verzetnitsch-Prozess gegen ÖGB: Kämpft weiter um Abfertigung & Entschädigungen

  • Hundstorfer, Foglar und Zöchling als Zeugen geladen
  • Ex-Chef in BAWAG-Nebenverfahren bereits gewonnen

Am Wiener Arbeits- und Sozialgericht wird heute der Prozess des ehemaligen ÖGB-Präsidenten Verzetnitsch gegen seinen langjährigen Arbeitgeber fortgesetzt. Der über die BAWAG-Affäre gestolperte Verzetnitsch hat den ÖGB geklagt, weil er die von seinem Nachfolger Hundstorfer im April 2006 ausgesprochene fristlose Entlassung als unrechtmäßig erachtet. Hundstorfer wird heute einvernommen.

Auch der frühere BAWAG-Generaldirektor Flöttl war geladen, hat sich aber entschuldigt. Als Zeugen aussagen werden Metallergewerkschaftschef Foglar und KPMB-Prüfer Zöchling.

Abfertigungsansprüche, Urlaubs- & Kündigungsentschädigung
Verzetnitsch macht in seiner Klagschrift Abfertigungsansprüche, Urlaubs- und Kündigungsentschädigung sowie einen kapitalisierten Pensionsanspruch mit einem Streitwert von insgesamt 800.000 Euro geltend. Der ÖGB bestreitet seine Forderungen u.a. mit der Begründung, Verzetnitsch habe im Alleingang das ÖGB-Vermögen verpfändet, um die damals gewerkschaftseigene BAWAG zu retten.

In einem weiteren Nebenverfahren zur Causa BAWAG ist in erster Instanz bereits eine Entscheidung - und zwar zu Ungunsten des ÖGB - gefallen: Das Wiener Handelsgericht hat die Schadenersatzklage des Gewerkschaftsbundes gegen die frühere BAWAG-Führung und Verzetnitsch abgewiesen.

(apa/red)

7.9.2007 08:36