Donnerstag, 6. September 2007

EZB lässt Leitzins mit 4,0 % unverändert: Reagiert auf Turbulenzen an Finanzmärkten

  • 42 Milliarden Euro in den Geldmarkt gepumpt

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den nervösen Finanzmärkten die erwartete Zinspause gegönnt. Wegen der unklaren Auswirkungen der Börsenturbulenzen auf die Konjunktur sei der Leitzins bei vier Prozent belassen worden, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet in Frankfurt. Die Entscheidung im EZB-Rat sei einstimmig gefallen.

"Angesichts der hohen Unsicherheit ist es angemessen, weitere Informationen und Daten abzuwarten", sagte Trichet. Die Währungshüter rückten damit von ihrem Kurs ab, die Ende 2005 begonnene schrittweise Erhöhung der Leitzinsen fortzusetzen.

Trichet gab keinen klaren Hinweis, ob der Zinsschritt nachgeholt wird. "Wir werden alle Entwicklungen sehr genau beobachten", sagte der Notenbankchef. Das aktuelle Zinsniveau stimuliere noch immer das Wirtschaftswachstum. Gleichzeitig bestünden die Risiken für die Preisstabilität fort. Trichet verzichtete aber auf die Formulierung "große Wachsamkeit" in Bezug auf die Preisentwicklung, mit der die EZB in der Regel bevorstehende Zinserhöhungen signalisiert. Die amerikanische Notenbank hatte wegen der gestiegenen Risiken für die Konjunktur eine Zinssenkung für den 18. September signalisiert.

Ungeachtet der Turbulenzen an den Finanzmärkten rechnet die EZB weiter mit einem robusten Wachstum im Euro-Raum. Die Prognose für 2007 wurde nur leicht von 2,6 auf 2,5 Prozent gesenkt. Für 2008 wird weiter mit 2,3 Prozent gerechnet. Die Teuerungsrate dürfte in beiden Jahren wie bisher vorhergesagt bei zwei Prozent verharren und damit leicht über dem von der EZB angestrebten Zielbereich von knapp unter Prozent liegen. (apa/red)

6.9.2007 16:18