Politisches Hickhack um Beschaffung von Kampffliegern in Norwegen: EADS mittendrin
- Rechte Opposition wittert windige Vor-Vereinbarung
- Auch Eurofighter-Hersteller EADS soll mitmischen

·EADS-Strategiechef räumt seinen Posten
Jean-Paul Gut erhält 2,8 Millionen Euro Abfindung
In Norwegen hat das politische Gezerre um die bevorstehende Beschaffung von neuen Kampfflugzeugen einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Ende vergangener Woche forderten führende Politiker der konservativen Oppositionspartei "Höyre" sogar den Ausschluss von Wirtschaftsminister Dag Terje Andersen von der Typenentscheidung. Die gegenwärtige Erhitzung der Debatte dürfte mit den bevorstehenden Regional- und Kommunalwahlen im Zusammenhang stehen.
Anlass für die heftige Kritik an der rot-grünen Regierung in Oslo war ein am Donnerstag in der Tageszeitung "Dagbladet" erschienener Artikel über die angebliche Beauftragung des Linkspolitikers Stein Örnhöi, bei der Zeitung "Aftenposten" gegen Gripen-kritische Artikel zu intervenieren. Dementis kamen umgehend von Ministerpräsident Jens Stoltenberg (Arbeiterpartei), von der Chefin der Sozialistischen Linkspartei, Finanzministerin Kristin Halvorsen, sowie vom schwedisch-britischen Verkaufskonsortium Gripen International.
Und Eurofighter-Hersteller EADS mittendrin
Im Frühjahr leitete eine Reihe norwegischer Unternehmen ein ziviles Kooperationsprojekt mit dem Wallenberg-Konzern ein, zu dem auch der Fahrzeug- und Flugzeughersteller Saab gehört. Kritiker sehen darin eine versteckte Vor-Vereinbarung für Gegengeschäfte. Ähnliche wirtschaftliche Kooperationsprojekte der norwegischen Industrie soll es aber auch mit den Herstellern der anderen beiden in Frage kommenden Flugzeugtypen, dem amerikanischen Joint Strike Fighter (Hersteller: Lockheed Martin) und dem Eurofighter (Hersteller: EADS) geben.
Teure Flotte
Die Erneuerung der norwegischen Kampfflugzeug-Flotte ist das größte militärische Beschaffungsprojekt der Geschichte Norwegens. Es wird auf ein Volumen von rund 100 Mrd. Kronen (12,59 Mrd. Euro) geschätzt. Die Typen-Entscheidung soll noch in dieser Legislaturperiode fallen.

