Montag, 3. September 2007

Mega-Fusion am Energiemarkt in Europa: Gaz de France & Suez zusammengeschlossen

  • Aktionäre erhalten für 21 GdF-Aktien 22 Suez-Aktien
  • Zusammenschluss nur unter EU-Auflagen gebilligt

Die französischen Energiekonzerne Suez und Gaz de France (GdF) fusionieren. Das gaben die beiden Unternehmen bekannt. GDF-Aktionäre erhalten bei der Fusion für 21 GdF-Aktien 22 Suez-Aktien. Der französische Staat wird danach mit mehr als 35 Prozent an der neuen Gruppe beteiligt sein. Das Closing wird für 2008 erwartet.

Die EU-Kommission hat die Fusion zuletzt unter der Auflage gebilligt, dass Suez und GdF bis zum 30. September Firmenanteile in Belgien verkaufen, um dort keine marktbeherrschende Stellung zu erhalten. Befürworter sehen in dem Zusammenschluss einen wichtigen Beitrag für die Energiesicherheit in Europa in den kommenden Jahrzehnten. Kritiker, vor allem aus dem Ausland, werfen Paris jedoch Protektionismus vor, da der Anlass für den Zusammenschluss die Abwehr eines feindlichen Übernahmeversuchs durch den italienischen Energiekonzern Enel war.

"Fusion unter gleichen"
Die neue GdF/Suez kommt den Angaben zufolge auf 90 Mrd. Euro Marktkapitalisierung (inklusive der Umweltsparte, deren Wert auf 18 bis 20 Mrd. Euro geschätzt wird) und 72 Mrd. Euro Umsatz. Die Unternehmen sprechen von einer "Fusion unter gleichen": Juristisch werde Suez in GdF aufgehen. Der Zusammenschluss erfolge über einen vereinbarten Aktientausch im Verhältnis 21 GdF-Aktien zu 22 Suez-Aktien. Die erwarteten Synergien lägen bei einer Mrd. Euro. Der Abschluss der Transaktion soll so früh wie möglich im nächsten Jahr erfolgen.

Plan von Villepin
Das neue Unternehmen wird den Namen GdF-Suez tragen, ist der weltweit größte Flüssiggasanbieter, der größte Erdgaskonzern der EU und zudem ein führender Stromkonzern. Suez-Chef Gerard Mestrallet wird Chairman des neuen Unternehmens, GdF-Chef Jean-Francois Cirelli wird sein Stellvertreter und Präsident. Der ursprüngliche Fusionsplan geht auf den früheren französischen Ministerpräsidenten Dominique de Villepin zurück, der mit dem Vorhaben eine Übernahme von Suez durch die italienisch Enel verhindern wollte.

Gewerkschaft gegen Zerstückelung
Die Aufsichtsräte beider Unternehmen hatten Sonntagabend schließlich dem Zusammenschluss zugestimmt, nachdem sie der von Sarkozy geforderte Ausgliederung der Suez-Umweltsparte zugestimmt hatten. Nur die Arbeitnehmervertreter haben gegen den Zusammenschluss votiert. Der Börsengang von Suez Environment soll jetzt zeitgleich mit der Suez-GdF-Fusion über die Bühne gehen, hieß es Montagfrüh. Die Gewerkschaft CGT kündigte ihren Widerstand gegen die "Zerstückelung" von Suez an. (APA/red)

3.9.2007 09:17