4.9.2007 16:21

Garics verliert bei Napoli Stammleiberl:
"Kann passieren, dass man pausieren muss"

  • 'Hicke' musste lange Zeit auf ÖFB-Spieler verzichten
  • 23-Jähriger will Degradierung nicht überbewerten

Erstmals seit dem Trainingscamp Anfang Februar auf Malta steht György Garics wieder im Kader der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft. In dieser Zeit schaffte der Ex-Rapidler bei Napoli den Sprung zum Stammspieler, allerdings saß er zuletzt beim Cup-Aufstieg gegen Livorno und beim 5:0-Kantersieg des Serie-A-Aufsteigers auswärts gegen Udinese nur auf der Tribüne.

Garics will dieser Degradierung aber keine allzu große Bedeutung beimessen. "Ich würde das nicht überbewerten, jetzt heißt es weiter hart trainieren. Wir haben einen großen Kader, da kann es schon passieren, dass man pausieren muss", erklärte der 23-Jährige, der beim 0:2 zum Meisterschaftsauftakt vor eigenem Publikum gegen Cagliari noch durchgespielt hatte.

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als der gebürtige Ungar erst kurz vor Transferschluss nach Neapel gekommen war, deshalb praktisch das gesamte Aufbauprogramm versäumt hatte und zunächst oft nur auf der Bank gesessen war, lief die Sommervorbereitung diesmal wunschgemäß. "Eine Woche vor Meisterschaftsbeginn wurde mir gesagt, ich bin der Mann, auf den sie setzen. Es hat auch schon Gespräche über eine Vertragsverlängerung gegeben", erzählte der ehemalige ÖFB-U21-Kapitän, der in Süditalien einen Kontrakt bis 2011 besitzt.

Viel Erfahrung gesammelt
In seiner Zeit beim ehemaligen Club von Diego Maradona hat Garics ("In Italien haben sich meine Einstellung und Denkweise geändert") nach eigenen Angaben viel dazugelernt. "Wahrscheinlich Dinge, die ich in Österreich gar nicht oder nicht so schnell gelernt hätte, vor allem im defensiven Bereich." In Italien ist es laut Garics das "Non-Plus-Ultra", dass hinten die Null steht. Diese Catenaccio-Philosophie hat auch auf die Spielweise des vierfachen Internationalen (1 Tor) beträchtliche Auswirkungen.

Die Neapolitaner praktizieren ein 3-5-2-System, das die Abwehrkette sehr oft zu einer Fünfer-Kette mutieren lässt. Garics agierte bis zuletzt als äußerster rechter Mittelfeldspieler und spielte dadurch zumeist auch einen rechten "Außendecker". "Meine Aufgabe ist es, dass keiner vorbeikommt. Entweder muss ich den Zweikampf gewinnen oder zumindest den Raum so eng machen, dass der Gegenspieler wieder zurückspielen muss. Und wenn Platz da ist, soll ich in die Offensive gehen."

Teamchef Josef Hickersberger hatte auf Garics auch deswegen monatelang verzichtet, damit sich dieser voll auf seinen Verein konzentrieren kann. "In der vorigen Saison hat Napoli Meisterschaftsspiele absolviert, während wir Länderspiele gehabt haben. Aus diesem Grund war er länger nicht dabei, weil wir Beide davon überzeugt waren, dass es besser ist, wenn es ihm gelingt, in Napoli Fuß zu fassen", erklärte der Coach.

(apa)

4.9.2007 16:21
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