4.9.2007 16:13

Alex und Miyamoto bei Osim nicht gefragt:
Teamchef verzichtet auf Red-Bull-Legionäre

  • Miyamoto stand unter Osim noch nie im Teamkader
  • Japan setzt gegen Österreich auf jüngere Spieler

Der japanische Fußball-Teamchef Ivica Osim hat im Hinblick auf die Qualifikation für die WM 2010 eine Verjüngung seiner Mannschaft in Angriff genommen. Das bekommen seit längerer Zeit auch die beiden 30-jährigen Red-Bull-Salzburg-Legionäre Tsuneyasu Miyamoto und Alex zu spüren, die vom früheren Sturm-Graz-Meistermacher nicht in das Aufgebot für das Testspiel im neuen Klagenfurter EM-Stadion gegen Österreich berufen worden sind.

Das im vergangenen Winter von den Salzburgern verpflichtete Duo zählte noch unter Osim-Vorgänger Zico zum japanischen Stammpersonal, umso größer ist bei den Beiden die Verwunderung, dass sie beim Bosnier in Ungnade gefallen sind. Miyamoto kann sich seine unfreiwillige Nationalteam-Absenz nicht erklären. "Seit Osim im Juli 2006 Teamchef geworden ist, bin ich nie mehr einberufen worden. Den Grund weiß ich nicht, da muss man den Trainer fragen", erklärte der Innenverteidiger.

Auch Alex steht nach eigenen Angaben vor einem Rätsel. "Bis zu meinem Wechsel nach Salzburg war ich Stammspieler. Vielleicht will Osim, dass ich mich einmal ein Jahr lang an den österreichischen Fußball gewöhne. Meine Stärken kennt er ja bereits", sagte der Linksverteidiger, der bei Osims Teamchef-Debüt im August 2006 gegen Trinidad & Tobago beide Tore zum 2:0-Sieg erzielt hatte.

Trotzdem hohe Meinung von Osim
Trotz der Enttäuschung über die Nicht-Berücksichtigung hob Alex die Qualitäten von Osim hervor. "Er kennt sich im japanischen Fußball sehr gut aus, beobachtet nicht nur die Spiele der ersten Liga. Er arbeitet sehr intensiv, damit sich der japanische Fußball weiterentwickelt und hat dem Nationalteam schon einige Impulse gegeben." Etwas knapper fiel die Antwort von Miyamoto bezüglich der Vorzüge von Osim aus. "Auf Vereinsebene hat er gute Arbeit geleistet und dafür gesorgt, dass aus JEF United eine gute Mannschaft geworden ist."

Der Abwehrspieler wünscht sich in Klagenfurt einen japanischen Sieg, "weil es meine Heimat ist", traut aber den Österreichern einiges zu. "Sie sollen sich nicht schlechter machen, als sie sind. Diese Mannschaft hat auch gewisse Stärken." Für den gebürtigen Brasilianer Alex, der 2001 die japanische Staatsbürgerschaft angenommen und 2002 in der Nippon-Auswahl debütiert hat, sind die ÖFB-Kicker sogar leichter Favorit. "Wegen des Heimvorteils haben sie die besseren Karten."

Zwei verschiedene Fußballphilosophien
Bei der Eröffnung des Klagenfurter EM-Stadions werde es zum Duell zwischen zwei völlig verschiedenen Fußball-Philosophien kommen, vermutet Alex. "Der österreichische Fußball hat viel mehr mit Kraft zu tun. Es gibt weniger Räume im Mittelfeld, deswegen ist es auch schwieriger, zu kombinieren. In Japan sind die Spieler technisch stärker und es gibt auch schönere Kombinationen zu sehen, weil mehr Räume vorhanden sind."

Dieser Meinung schloss sich Miyamoto an. "In Österreich wird schneller und körperbetonter gespielt, aber was Ideen am Sechzehner oder technische Feinheiten betrifft, ist der japanische Fußball besser."
(apa/red)

4.9.2007 16:13
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