Hickersberger über "Leitgeb-Entscheidung"
erzürnt: "An der Geschichte ist etwas faul"
- Teamchef verärgert: Leitgeb gesperrt für drei Spiele
- "Hicke" von der Unschuld des ÖFB-Spielers überzeugt

·Innsbrucker "Feld- sturm" nicht folgenlos
Bundesliga-Strafsenat muss Vorfall nun prüfen
·Neo-'Bulle' Leitgeb will einen Stammplatz
Salzburgs Neuer hat aber
Respekt vor Mannschaft
·WM-Torschütze aus der Karibik zu Rapid?
KLICKEN: Die heißesten Liga-Transfergerüchte!
Der österreichische Fußball-Nationalspieler Christoph Leitgeb ist vom Strafsenat der österreichischen Bundesliga wegen Schiedsrichterbeleidigung für drei Pflichtspiele gesperrt worden. Der 22-jährige Mittelfeldspieler von Red Bull Salzburg hatte im Schlager der 9. Runde in Mattersburg (1:1) Referee Messner beleidigt und dafür die Gelb-Rote Karte gesehen.
Österreichs Fußball-Teamchef Josef Hickersberger hat in Velden sein Unverständnis für die Sperre von drei Spielen für den ÖFB-Internationalen Christoph Leitgeb zum Ausdruck gebracht. Der Mittelfeldspieler war beim 1:1 seines Clubs Red Bull Salzburg in Mattersburg mit Gelb-Rot vom Platz gestellt worden, erhielt aber noch zusätzliche Sanktionen, weil er Schiedsrichter Stefan Meßner den "Stinkefinger" gezeigt haben soll.
"Hicke" verteidigt Leitgeb
Leitgeb sei ein Spieler, der "ohnehin nur selten den Mund aufmacht", umso weniger kann Hickersberger glauben, dass der 22-Jährige dem Unparteiischen tatsächlich den erhobenen Mittelfinger präsentiert haben soll. "Für mich ist Leitgeb in der Einschätzung des Schiedsrichter-Teams völlig zu Unrecht bestraft worden. Jeder, der im Fußball länger dabei ist, weiß, dass an dieser Geschichte etwas faul ist", meinte der Teamchef, der als Hintergrund ein Problem zwischen den beiden Steirern Leitgeb und Meßner vermutet.
Allein schon die Gelb-Rote Karte für den zwölffachen Teamspieler hält Hickersberger für ungerechtfertigt. "Ich kenne Leitgeb länger als Meßner und weiß, dass er ein fairer Spieler ist, der noch nie ein böses Foul gemacht hat. Das Foul an Atan war ein Foul, aber nie eine Gelbe Karte. Wenn sich die Schiedsrichter besser auf die Spiele vorbereiten würden, würden sie wissen, wer beim ersten Kontakt fällt und darauf reagieren."
Außerdem wies der Teamchef darauf hin, dass Kühbauer trotz heftiger Proteste nach seiner Gelb-Roten Karte in diesem Spiel keine zusätzliche Sperre ausfasste. "Das ist aber nichts gegen Kühbauer, den ich sehr schätze", betonte der Niederösterreicher.
Hickersberger ist von der Unschuld Leitgebs überzeugt, merkte aber auch an, dass ein Internationaler im Falle eines Fehlverhaltens auch mit Sanktionen seitens des ÖFB zu rechnen habe. "Würde ein Teamspieler einem Schiedsrichter den Stinkefinger zeigen, würde er für ein Länderspiel nicht einberufen werden."
Für Leitgeb gibt es aber keine Bestrafung - auch weil Hickersberger das Gefühl kennt, eine ungerechte Sperre auszufassen. 1970 wurde er in der Liga seiner Meinung nach fälschlicherweise ausgeschlossen und längere Zeit aus dem Verkehr gezogen, der damalige Teamchef Leopold Stastny saß in diesem Spiel aber im Stadion, bildete sich seine eigene Meinung und holte ihn in den Kader für ein Match gegen Italien. "Und das ist dann eines meiner schönsten Länderspiele geworden", erinnerte sich der 59-Jährige.
(apa/red)










