Spionage-Affäre: Staatsanwaltschaft in Italien ermittelt jetzt gegen Ron Dennis
- Fünf weitere McLaren-Mitglieder im Visier der Justiz

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Der spektakuläre Spionage-Skandal in der Formel 1 spitzt sich weiter zu. Inzwischen ermittelt in dem ominösen Fall um geheime Ferrari-Dokumente sogar die Staatsanwaltschaft Modena gegen McLaren-Teamchef Ron Dennis, fünf weitere Mitglieder des britischen Rennstalls und den früheren Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney. Vor dem Qualifying zum Grand Prix von Italien in Monza hatten Zivilbeamte im Fahrerlager Ermittlungsbescheide an Dennis und zwei weitere Teamvertreter übergeben.
Unabhängig von der drohenden Anklage vor einem ordentlichen Gericht müssen sich die McLaren-Verantwortlichen am Donnerstag vor dem Motorsport-Weltrat des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA) zu den Vorwürfen äußern. Die ebenso dubiose wie delikate Spionage-Affäre enthält so viel Sprengstoff, dass die Formel 1 bei einer "Explosion" enormen, auf Jahre nicht behebbaren Schaden erleiden könnte. Sponsoren könnten sich angesichts der negativen Schlagzeilen zurückziehen, Rennställe in ihrer Existenz bedroht sein sowie zu Recht oder Unrecht Beschuldigte ihren Job verlieren.
"Das ist eine ganz, ganz üble Geschichte", urteilte Fiat- und Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo. "Es ist generell eine schwierige Phase für die Formel 1." Wie "La Gazzetta dello Sport" berichtet, soll Grand-Prix-Guru Bernie Ecclestone zu di Montezemolo gesagt haben: "Was derzeit in der Formel 1 passiert, ist wie eine Orgie, in der sich einer auf den anderen stürzt." Gegenüber dem Sender "Premiere" hatte der Brite erklärt: "Ich habe keine Meinung dazu. Ich darf das auch gar nicht, weil ich Mitglied des Weltrats bin. Warten wir ab, was dieser entscheidet."
McLaren-Mercedes bestätigte vor dem Rennen in einer kurzen Presseerklärung den Erhalt der Ermittlungsunterlagen, kritisierte aber die Art und Weise "dieses völlig unnötigen Kontaktes". Das Team vermute stark, dass damit so kurz vor Beginn des Qualifyings die Vorbereitung auf das für die Startaufstellung ausschlaggebende Training und auf die Anhörung vor dem Motorsport-Weltrat gestört werden sollte. Der Rennstall McLaren sei zuversichtlich, dass er sich völlig entlasten könnte, sofern es je zu einem Verfahren kommen sollte. (apa/red)
