Freitag, 7. September 2007

McLaren-Mercedes in Spionage-Bedrängnis:
Alonso und de la Rosa eventuell involviert?

  • Beide Fahrer via E-Mail über neuen Ferrari in Kontakt
  • PLUS: Geldstrafe wegen regelwidrigen Getriebes!

Das Formel 1-Team McLaren-Mercedes gerät in der ominösen Spionage-Affäre um geheime Ferrari-Daten immer stärker in Bedrängnis. Nach Informationen des Fachmagazins "auto motor und sport" ("ams") sollen auch die beiden Piloten Fernando Alonso und Pedro de la Rosa in den ebenso spektakulären wie undurchsichtigen Skandal verwickelt sein. "ams" berichtete in seiner Internet-Ausgabe, der spanische Testfahrer De la Rosa habe seinem Landsmann und zweifachen Weltmeister Alonso per e-mail Informationen über den neuen Ferrari zukommen lassen.

Beide McLaren-Mercedes-Rennfahrer hätten Anfang der Woche nach Aufforderung des Internationalen Automobilverbandes FIA dazu Stellung bezogen. Die FIA hatte überraschend eine zweite Anhörung der McLaren-Verantwortlichen für Mitte nächster Woche in Paris angeordnet, weil neue Beweise vorlägen. Ursprünglich sollte sich an diesem 13. September - vier Tage nach dem Großen Preis von Italien - das Berufungsgericht mit dem Fall befassen.

McLaren vorerst freigesprochen
Das britisch-deutsche Team war nach einer ersten Anhörung am 26. Juli vor dem Motorsport-Weltrat vom Vorwurf, von geheimen Daten über den Ferrari F2007 profitiert zu haben, mangels Beweisen freigesprochen worden. Sollten sich die neuen Details bestätigen, droht McLaren eine drastische Bestrafung. Im Extremfall könnte der Rennstall sogar von der WM ausgeschlossen werden. McLaren-Verantwortliche wollten sich zur neuen Entwicklung nicht äußern.

Straffreiheit bei Kooperation
Das Team hatte erklärt: "McLaren wird weiter voll mit der FIA zusammenarbeiten." Von Ferrari gab es ebenfalls keinen Kommentar. Fahrer Kimi Räikkönen sagte dazu: "Ich weiß nichts über die neue Entwicklung." Wie "ams" berichtet, sollen der FIA die neuen Beweise in der vergangenen Woche zugespielt worden sein. Der Dachverband habe außer den beiden Spaniern auch den britischen WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton schriftlich aufgefordert, sich zu diesen Angaben zu äußern. Im Fall einer Kooperation sei dem Trio Straffreiheit zugesichert worden.

Intrigen in der Boxengasse
De la Rosa soll die Informationen über Abstimmungsdaten des Ferrari vom inzwischen freigestellten ehemaligen McLaren-Chefdesigner Mike Coughlan schon kurz nach Saisonbeginn zugespielt bekommen haben. Beide kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Arrows (1999 bis 2000) gut. Coughlan soll das brisante Material im Frühjahr vom ebenfalls suspendierten früheren Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney erhalten haben. Stepney bestreitet dies und spricht von Intrigen.

50.000 Dollar Strafe - Getriebe regelwidrig
Der Formel-1-Rennstall McLaren-Mercedes muss 50.000 US-Dollar (rund 37.000 Euro) Strafe wegen eines nicht regelkonformen Getriebes beim Großen Preis von Ungarn bezahlen. Diese Entscheidung fällten die drei Rennkommissare des Internationalen Automobil-Verbandes FIA in Monza. Das britisch-deutsche Team hatte in Budapest Anfang August ein sogenanntes "Leichtgewichts-Getriebe" eingesetzt, ohne vorher den dafür notwendigen Crashtest absolviert zu haben.

McLaren-Mercedes war der Ansicht, dieser Test sei nicht notwendig, da es sich nur um eine minimale Veränderung gehandelt habe. Inzwischen hat der Rennstall diese Sicherheitsprüfung erledigt. Beim Großen Preis von Italien an diesem Wochenende kann die leichtere Schaltung nun eingesetzt werden.(apa/red)

7.9.2007 16:16
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