Sonntag, 9. September 2007

Schweizer nicht zu bremsen: Roger Federer kämpfte sich in 4. US Open-Finale en suite

  • Dawidenko kämpfte wie ein Löwe, verlor trotzdem
  • Federer heißer Anwärter auf 19,653 Mio. Dollar-Sieg

Das Herren-Endspiel der mit 19,653 Mio. Dollar dotierten US Open in New York heißt Roger Federer (SUI-1) gegen Novak Djokovic (SRB-3). Federer setzte sich gegen einen aufopfernd kämpfenden Nikolaj Dawidenko nach rund 2:20 Stunden mit 7:5,6:1,7:5 durch und qualifizierte sich damit zum zehnten Mal en suite für ein Grand-Slam-Finale. Wien-Starter Djokovic schlug Nadal-Bezwinger David Ferrer mit 6:4,6:4,6:3 und steht erstmals in einem Major-Endspiel.

Auch im zehnten Duell mit Dawidenko hieß der Sieger Federer. Der Russe, der die österreichische Staatsbürgerschaft anstrebt und seit einiger Zeit von Ronnie Leitgeb gemanagt wird, forderte Federer aber sehr. Ihm fehlte im dritten Satz nur noch ein Punkt zum Erreichen des vierten Durchgangs, doch der elffache Grand-Slam-Sieger Federer war bei den "big points" wieder der Stärkere.

"Es ist toll, dass ich hier wieder im Finale stehe", meinte Federer noch auf dem Court. Zum vierten Mal in Folge will er in Flushing Meadows im New Yorker Stadtteil Queens gewinnen, ein Kunststück, dass in der Profi-Tennis-Ära (seit 1968) noch niemand geschafft hat. Der fünffache Wimbledonsieger ist auch gegen Djokovic Favorit, obwohl er vor wenigen Wochen in Montreal seine bisher einzige Niederlage gegen den Serben in fünf Begegnungen erlitten hatte. Doch auf höchstem Turnierlevel kann Federer stets einen Gang zulegen.

"Novak spielt derzeit fantastisches Tennis. Es ist toll, dass die beiden besten Spieler des Sommers hier im Finale stehen", sagte Federer, der mit einem neuerlichen Sieg die Rekordsumme von insgesamt 2,4 Mio. Dollar Preisgeld kassieren könnte. Der "Tennis-König" hatte ja auch die US-Open-Series gewonnen, was ihm im Falle einer erfolgreichen Titelverteidigung eine zusätzliche Preisgeld-Million zum ohnehin schon hohen 1,4-Mio-Siegerscheck garantiert.

Zuvor hatte sich Djokovic, der in der Wiener Stadthalle in wenigen Wochen bei der BA-CA-Trophy als Topstar zu Gast sein wird, erstmals für ein Major-Finale qualifiziert. Als erster Serbe in der Profi-Tennis-Ära überhaupt. "Es ist eine unglaubliche Leistung für mich aber auch für mein Land. Ich bin wirklich stolz, mein Land im Finale zu vertreten", freute sich der sympathische Djokovic. "Ich habe wirklich nervös begonnen. Ich hatte eine Menge schwierige Matches, viele Stunden auf dem Platz und keine Energie. Die Bedingungen waren extrem, es war so heiß", gestand der Serbe noch auf dem Platz den Zuschauern.

Ferrer, der Co-Favorit Nadal schon im Achtelfinale überraschend in vier Sätzen ausgeschaltet hatte, gelang ein perfekter Start in sein erstes Grand-Slam-Semifinale. Er ging gleich mit 4:1 in Führung. Doch mit fünf Games en suite holte Djokovic noch sicher den Auftaktsatz. Seine Fans, die in drei Reihen in den Nationalfarben rot, weiß und blau aufgestellt waren, dankten es ihm mit frenetischem Applaus.

Djokovic hatte in der Folge mehr Mühe mit dem Wetter als dem Gegner, so holte er früh im zweiten Satz den Arzt. Es sah sogar kurz danach aus, als müsste er - ähnlich wie im Wimbledon-Semifinale gegen Nadal - sogar aufgeben. "Ich habe ein paar Tabletten geschluckt, aber die waren alle zugelassen", erklärte Djokovic seinen letztlich doch klaren Sieg. "Ich werde versuchen, mich so gut wie möglich zu erholen. Mein erstes Grand-Slam-Finale morgen wird ein aufregendes Erlebnis werden", freute sich der Wien-Starter.

(apa)

9.9.2007 08:22