Stoner fährt in MotoGP auf "WM-Titelkurs": Liegt fast uneinholbare 85 Punkte voraus
- Casey Stoner: 'Ich denke nur von Rennen zu Rennen'
- Australier kann 8. Saisonsieg in Misano verbuchen

Motorrad-Profi Casey Stoner steht in der Königsklasse MotoGP kurz vor dem Titelgewinn. Der australische Ducati-Pilot feierte im Grand Prix von San Marino in Misano seinen bereits achten Saisonsieg, während WM-Verfolger Valentino Rossi (Yamaha) ausgerechnet bei seinem "Heimspiel" schon nach vier Runden mit Motorschaden ausfiel. Damit liegt Stoner fünf Rennen vor Schluss schon fast uneinholbare 85 Punkte voran.
Der erst 21-jährige Stoner, der vor drei Jahren noch als 125er-Pilot KTM zum allerersten GP-Sieg auf der Straße verholfen hat, kann sich und dem europäischen Motorrad-Hersteller Ducati nun schon im kommenden Portugal-GP in zwei Wochen in Estoril erstmals den WM-Titel sichern. Am wichtigsten sei, jetzt nicht abzuheben, betonte Stoner aber nach seinem dritten Sieg in Folge, was bis dahin im MotoGP nur Rossi gelungen war.
"Ich denke weiter nur von Rennen zu Rennen und nicht an den Titel", beteuerte Stoner. Der Sieg auf der Rennstrecke nahe von Rimini, auf der erstmals seit 14 Jahren wieder Motorrad-WM-Läufe ausgetragen wurden, sei auch nach dem Rossi-Out nicht so leicht gewesen. "Ich musste mich sehr konzentrieren, keinen Fehler zu machen", beteuerte der Jungstar aus Kurri Kurri, der in seiner KTM-Zeit auch in Straßwalchen gelebt hatte.
Rossi brachte das "Heimspiel" vor der Haustür seines Heimatortes Tavullia kein Glück. Der Italiener, der wegen des gegen ihn laufenden Steuerverfahrens seit Wochen auf medialer Tauchstation ist, war die Freudlosigkeit während des ganzen Wochenendes anzumerken. Bis zu 120 Mio. Euro soll er der italienischen Finanz schulden, weil diese nicht glaubt, dass Rossi tatsächlich seit Jahren seinen Lebensmittelpunkt in einem Londoner Mini-Appartement hat. Nun wurde Rossi auch noch von seinem nagelneuen Motor im Stich gelassen, der schon nach vier Runden schlapp machte.
Österreichische Erfolge
Das österreichische Red-Bull-KTM-Team durfte sich in Misano über zwei Podestplätze durch seine japanischen Piloten freuen. Hiroshi Ayoma wurde in der Viertelliter-Klasse hinter dem Spanier Jorge Lorenzo (Aprilia), der wie Stoner seinen bereits achten Saisonsieg feierte, Zweiter. Damit überholte Aoyama in der WM auch seinen finnischen KTM-Teamkollegen Mika Kallio, der in aussichtsreicher Position einen Highsider produzierte und nach einem wilden Sturz ausschied. In der WM hat Lorenzo nun schon 54 Punkte Vorsprung.
Den zweiten Podestplatz für die Österreicher gab es in der 125er-Klasse. Pole-Mann Lukas Pesek fiel früh aus, im Finish fuhr Hector Faubel auch noch dem Italiener Simone Corsi ins Hinterrad, dadurch erbte Tomoyoshi Koyama hinter Mattia Pasini (ITA) und Gabor Talmacsi (HUN) Platz drei. Der 17-jährige Schweizer Randy Krummenacher holte als Sechster ein weiteres starkes Ergebnis für KTM. Unmittelbar dahinter wurde mit dem Deutschen Stefan Bradl ein ehemaliger KTM-Pilot Siebenter.
Der im Vorjahr ebenfalls von den Mattighofenern ausgemusterte Österreicher Michael Ranseder holte auf seiner Derbi als Zehnter zum elften Mal in zwölf Saisonrennen WM-Punkte und ist mit 63 Zählern WM-Elfter. Die WM-Spitze übernahm dank Platz zwei hinter Pasini, der für den 100. Aprilia-Sieg in der 125er-Klasse sorgte, wieder der Ungar Talmacsi, übrigens auch ein ehemaliger KTM-Fahrer.
(apa)
