"Zur Hölle mit Ratzinger": Lautstarke Demo von Papst-Gegner am Wiener Karlsplatz
- Scharfe Kritik der Sozialistischen Jugend an Pontifex
·BILDER: Benedikt XVI.
auf Österreich-Besuch
Papst-Auftritte in Wien, Mariazell & Heiligenkreuz
·Papst ließ Gläubige im Regen stehen
Lediglich 7.000 Besucher kamen zur Messe Am Hof

Reggae-Bässe wummerten aus zwei Boxen, der Regen prasselte rhythmisch auf die Kapuzen der Demonstranten. Ein paar hundert Papst-Gegner scharten sich um die Karlskirche in Wien, trotzten dem Wetter, stemmten Transparente in den dunkelgrauen Himmel und ließen ihrem Unmut freien Lauf: "Zur Hölle mit Ratzinger" stand zu lesen, oder etwas fröhlicher: "Raus aus der Kirche - Rein ins Leben". Die Kritik am Heiligen Vater ging aber tiefer.
Gegen 16.00 Uhr wurde das Vordach der Karlskirche zum Unterstand auserkoren, lediglich die Transparent-Träger harrten aus, ließen sich vom Regen so richtig durchweichen. Ähnlich erging es auch einem "Gegendemonstranten", einem Gläubigen, der sich mit Rosenkranz auf die Stufen vor dem Gotteshaus hinkniete und fast regungslos gegen die Kundgebung anbetete. Und das unmittelbar neben einer Tafel, auf der "Denken statt Beten" stand.
"Es ist eine Demonstration gegen die Überbewertung der Person des Papstes und der katholischen Kirche", erklärte Thorsten Engelage, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend (SJ). Vor allem die Beschneidung der Frauenrechte - also Einschränkung von Abtreibung und Verhütung - sowie jener der Homosexuellen stoße den Demonstranten besonders übel auf. "Darum wollen wir eine Gegenöffentlichkeit schaffen. Die Kirche lebt in einer anderen Realität, nicht im 21. Jahrhundert", so Engelage im Gespräch mit der APA. (apa/red)
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