Ein beschwerlicher Weg bis zum Papst...:
Ungarische Pilger auf Bergpfad eingeschneit
- Bergretter auf der Hohen Veitsch im Nacht-Einsatz
- Vater und drei Kinder leicht unterkühlt geborgen
·Viele Straßensperren wegen Papstbesuch
Zufahrt nach Mariazell am Samstag nicht möglich
·Schüler können für Papst "blau machen"
Freistellung aber nur für Wien & Niederösterreich
·Papst zum Anbeißen und Runterschlucken
Skurriles und Amüsantes zum heiligen Stelldichein
Auf dem Pilgerweg nach Mariazell sind vier ungarische Fußpilger im Bereich der Hohen Veitsch eingeschneit worden. Die vier - ein 45-jähriger Arzt mit Praxis in Voitsberg und seine Kinder im Alter zwischen elf und 21 Jahren - waren im hüfthohen Schnee stecken geblieben und hatten die Orientierung verloren. 16 Leute von Bergrettung und Alpinpolizei konnten die erschöpften und leicht unterkühlten Pilger nach Handypeilung in 1400 Metern Seehöhe aufstöbern und in Sicherheit bringen.
Der Arzt hatte sich von den widrigen Wetterbedingungen nicht aufhalten lassen und war Donnerstag früh um 2.00 Uhr in Begleitung seiner Söhne, 21 und elf Jahre alt, und seiner 19-jährigen Tochter aus Mitterdorf im Mürztal aufgebrochen. Im dichten Schneefall und bei einer Neuschneelage von bis zu 60 Zentimetern verloren die vier auf dem Weg vom Pretalsattel zur Rotsolalm an der Westflanke der Hohen Veitsch die Orientierung. Als sie die Aussichtslosigkeit weiterzukommen erkannten, versuchten sie, nach ihren hinterlassenen Spuren den Rückweg anzutreten.
Glücklicherweise waren die vier via Handy in Kontakt mit der Ehefrau bzw. Mutter, die mit dem Auto zum geplanten nächsten Quartier auf dem Niederalpl vorausgefahren war. Als Ehemann und Kinder um 20.00 Uhr noch nicht eingetroffen waren, alarmierte die Frau die Polizei. Mittels Handypeilung konnte der Standort der Gruppe ausgemacht werden. Ein Suchtrupp wurde zusammengestellt und in Marsch gesetzt. Tatsächlich gelang es gegen 23.00 Uhr, die erschöpften und leicht unterkühlten Wallfahrer in einem Wind geschützen Bereich der Fadeneben anzutreffen und sie sicher zur Brunnalm zu geleiten, von wo die dann zu Tal geführt wurden.
"Sie haben die Gefahr unterschätzt", resümiert der Leiter der Alpinen Einsatzgruppe Mürzzuschlag, Gerhard Rieglthalner, im Gespräch mit der APA. Die Absicht der eingeschneiten Fußpilger, dennoch nach Mariazell zu fahren, um morgen, Samstag den Papst zu erleben, quittiert der Alpinpolizist mit der Bemerkung: "Nach diesem Tag und dieser Nacht werden sie wohl drei Vaterunser beten". (apa/red)
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