Samstag, 8. September 2007

Blutige Anschläge: Dutzende Tote bei Explosionen in Algerien, Pakistan und Irak

  • 28 Tote in Algerien und 17 Todesopfer in Pakistan
  • Detonation im Irak: 5 Menschen in Kufa getötet

Bei einem Anschlag mit einer Autobombe sind in Algerien 28 Menschen getötet worden. Es gab Dutzende Verletzte. Der Anschlag ereignete sich in der Hafenstadt Dellys, rund 100 Kilometer östlich der Hauptstadt Algier, im Stützpunkt der Küstenwache. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Bei weiteren Anschlagen in Pakistan und dem Irak wurden ebenfalls mehrere Menschen getötet.

Erst kürzlich hatte ein Selbstmordattentat in Ostalgerien rund 22 Menschen das Leben gekostet. Außerdem wurden mehr als 100 Menschen verletzt. Auch zu diesem Anschlag, der vermutlich gegen den algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika gerichtet war, bekannte sich bisher niemand. Der Attentäter hatte sich in einer Menschenmenge in die Luft gesprengt, die in dem Ort Batna auf die Ankunft des Präsidenten wartete. Der Staatschef warf Islamisten vor, hinter der Tat zu stecken, was erste Ermittlungen zu bestätigen schienen.

Algerien wird seit vielen Jahren von Terroranschlägen islamischer Fanatiker heimgesucht. Auslöser war das Verbot der Islamistenpartei FIS 1992, nachdem sich ein Sieg der Partei bei den Parlamentswahlen abgezeichnet hatte. Das Parlament wurde damals aufgelöst und die meisten Islamisten gingen in den Untergrund, um sich dem bewaffneten Kampf anzuschließen. Schätzungen zufolge kamen in den vergangenen 15 Jahren bis zu 200.000 Menschen in Algerien durch politisch motivierte Gewalt ums Leben.

17 Tote in Pakistan
Bei der Explosion einer Autobombe im Nordwesten von Pakistan sind mindestens siebzehn Menschen verletzt worden. Der Sprengsatz detonierte auf dem Parkplatz einer militäreigenen Bank in Peshawar, wie die Polizei mitteilte. Mehrere Fahrzeuge wurden beschädigt, Fensterscheiben gingen zu Bruch.

Der Angriff ereignete sich vor der Askari Bank in Peshawar, der Hauptstadt der Nordwest-Grenzprovinz zu Afghanistan. Fernsehbilder zeigten Soldaten, die beschädigte Fahrzeuge inspizierten. Die Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht, die Situation sei mittlerweile wieder "stabil", sagte ein lokaler Polizeichef.

Anschlag im Irak: 5 Tote
Bei einem Bombenanschlag in der irakischen Stadt Kufa (Qufa) sind der Polizei zufolge fünf Menschen getötet worden. Acht weitere wurden verletzt. Der Sprengsatz sei auf einem belebten Markt hochgegangen, teilte die Polizei weiter mit. Das örtliche Krankenhaus meldete drei Tote und vier Verletzte.

Kufa liegt südlich der Hauptstadt Bagdad und ist für die Schiiten ein heiliger Ort. In der Stadt wohnt auch der einflussreiche Schiiten-Prediger Muktada (Moqtada) al-Sadr. Im Mai riss ein Selbstmordattentäter dort zehn Menschen mit sich in den Tod, als er seinen mit Sprengstoff beladenen Kleinbus auf einem Markt zur Explosion brachte. Hinter dem Angriff wurde die sunnitische Terrororganisation Al-Kaida vermutet.

(apa/red)

8.9.2007 15:34