Maddies Eltern wieder in der Heimat: Wie können schlimme Vorwürfe entkräftet werden?
- Presse: Anhörung in Portugal nächste Woche
- Eltern können jetzt Rechtsbeistand einschalten

Mit Billigung der portugiesischen Behörden sind die Eltern der seit Anfang Mai verschwundenen kleinen Britin Madeleine McCann mit ihren beiden anderen Kindern in ihre Heimat zurückgekehrt. "Wir haben nichts mit dem Verschwinden unserer geliebten Tochter zu tun", sagte Vater Gerry McCann kurz nach der Ankunft auf dem Flughafen East Midlands nahe ihrem Wohnort Rothley in der Grafschaft Leicestershire. Die portugiesische Polizei hatte die McCanns offiziell zu Verdächtigen erklärt, nach portugiesischem Recht ist ihnen dennoch die Ausreise erlaubt. Nach Informationen der portugiesischen Presse könnten die McCanns kommende Woche von der Staatsanwaltschaft angehört werden.
Gerry und Kate McCann stiegen mit ihren Zwillingen Sean und Amelie auf dem Arm aus dem Flugzeug auf dem Flughafen East Midlands. Gerry McCann verlas daraufhin eine kurze Mitteilung, wonach er mit seiner Frau über die Ereignisse der vergangenen Tage nachdenken wolle, die sie als "zutiefst verstörend" empfunden hätten. Bereits vor dem Abflug aus Portugal hatte eine Sprecherin der Familie mitgeteilt, die McCanns würden in ihrer Heimat prüfen, was sie nun unternehmen könnten.
Nach stundenlangen Einvernahmen war zunächst gegen die Mutter und wenig später auch gegen den Vater ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Das bedeutet für die Eltern, dass sie sich bei der Polizei melden müssen, wenn sie länger als fünf Tage nicht in ihrer Villa in Praia da Luz im Süden Portugals sind. Außerdem müssen sie sich gerichtsmedizinischen und kriminaltechnischen Untersuchungen zur Verfügung stellen. Andererseits können sie in den Verhören nunmehr einen Rechtsbeistand verlangen und die Aussagen verweigern.
Die Eltern werden verdächtigt, die kleine Maddie versehentlich getötet und ihre Leiche dann verschwinden lassen zu haben. Nach Informationen der portugiesischen Presse könnten Maddies Eltern noch in dieser Woche in Portugal von einem Vertreter der Staatsanwaltschaft angehört werden.
Madeleines Mutter Kate McCann sagte in der britischen Zeitung "Sunday Mirror", sie habe Angst, dass die portugiesische Polizei ihr etwas anhängen wolle. Die Polizei habe ihr eine zwei- oder dreijährige Haftstrafe angeboten, wenn sie im Gegenzug zugebe, ihre Tochter versehentlich aus Stress getötet zu haben. "Der Polizei geht das Budget für ihre Ermittlungen aus und sie will sie beenden", erklärte Kate McCann. Unterdessen beteuerte ihr Mann Gerry in der Zeitung "News of the World", beide seien "vollkommen unschuldig" und "kämpften um ihr Leben".
Die portugiesische Polizei geht inzwischen nicht mehr davon aus, dass Maddie noch am Leben ist. Knapp drei Monate nach ihrem mysteriösen Verschwinden entdeckte sie angeblich Blutspuren in dem Zimmer, in dem Maddie mit ihren Geschwistern schlief. Die DNA-Spuren wurden zur Analyse in ein britisches Labor gesandt; nun liegen Teilergebnisse vor, über deren Inhalt offiziell jedoch nichts bekannt wurde.
Die damals knapp vierjährige Maddie war Anfang Mai aus einer Ferienanlage in Praia da Luz an der Algarve verschwunden, während die Eltern nach eigenen Angaben in einem Restaurant zu Abend aßen. Das Ärzteehepaar bat daraufhin in ganz Europa die Öffentlichkeit um Mithilfe bei der Suche nach ihrer Tochter.
(apa/red)
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