US-Vorwahlen entscheiden "Pole-Position":
Iowa & New Hampshire starten Wahlreigen
- Florida und South Carolina wollen Wahlen vorziehen
- Auslese der Kandidaten wird dem Volk überlassen
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Vorwahlen (primaries) und Wahlversammlungen (caucuses) sind ein wesentlicher Teil des komplizierten Verfahrens zur Auswahl der Präsidentschaftskandidaten in den USA. Sie markieren den eigentlichen Beginn des langen Kampfes um das Weiße Haus, an dessen Ende - am 4. November 2008 - schließlich die Wahl des Präsidenten steht.
Dementsprechend groß ist das Interesse vor allem an den ersten internen Entscheidungen sowohl bei der Demokratischen als auch der Republikanischen Partei. Seit Monaten streiten die einzelnen Staaten um ein frühes Vorwahldatum, was gegenwärtig zu Unklarheiten über die tatsächlichen Auftakt-Veranstaltungen geführt hat.
Pole-Position hat symbolische Bedeutung
Bisher fand die erste Wahlversammlung traditionell im Farmerstaat Iowa, die erste Vorwahl im kleinen Neuenglandstaat New Hampshire statt. Die Ergebnisse, die die Bewerber bei der Kandidatenkür in beiden Staaten einfahren, hatten primär symbolische Bedeutung: Wer hier gewann, sicherte sich im Kandidatenrennen die erste Spitzenposition und damit große Aufmerksamkeit nationaler und internationaler Medien. Diesen Vorsprung wettzumachen, war für die Mitbewerber zwar nicht unmöglich, aber schwer. Aus diesem Grund wuchs der Ärger bevölkerungsreicher Staaten. Siege in frühen Staaten lösten eine Eigendynamik aus und gaben ihnen ein überproportionales Gewicht. Bevor alle Staaten abgestimmt hatten, war die Vorentscheidung meist schon gefallen.
Iowa und New Hampshire müssen zuerst
Zunächst erhob Florida Ansprüche, von seinem traditionellen Platz am "Super Tuesday" in der Liste weiter nach vorne zu rücken: Anstatt am 5. Februar will man diesmal sowohl die demokratischen und republikanischen Vorwahlen bereits am 29. Jänner abhalten. Daraufhin stellten auch die Republikaner in South Carolina Ansprüche, vom 2. Februar auf den 19. Jänner vorzurücken. Ebenso nach vorne drängten Michigan (Vorwahl am 15. Jänner) und die Republikaner in Wyoming (Wahlversammlung am 5. Jänner). Probleme entstanden dadurch für New Hampshire, denn das dortige Gesetz legt - ähnlich wie bei Iowa, dessen Wahlversammlungen als erste abgehalten werden müssen - fest, dass die Vorwahl des Staates eine Woche vor allen anderen stattzufinden habe. New Hampshire hat nach dem "Vorsprengen" der anderen Staaten bis dato keinen neuen Termin gewählt.
Das Volk soll entscheiden...
Die Vorwahlen wurden Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Ziel eingeführt, dem Volk und nicht dem jeweiligen Parteiapparat die Entscheidung über einen Kandidaten in die Hand zu geben. An ihnen können sich sowohl Amtsinhaber als auch von örtlichen Parteigremien nominierte Bewerber mit erwiesener Unterstützung innerhalb ihres Wahlkreises beteiligen.
Die Auslese erfolgt unterschiedlich
In den meisten Bundesstaaten erfolgt die Auslese in Form der "primary". Dahinter steht die Idee, dass alle Bürgerinnen und Bürger so intensiv wie möglich an der Kür der Kandidaten beteiligt werden sollen. Die meisten Staaten haben aber eine "geschlossene Vorwahl", bei der nur eingeschriebene Parteimitglieder an die Urnen dürfen. Demgegenüber steht die "offene Vorwahl", wie sie etwa ein Dutzend Staaten praktizieren: Hier dürfen sich alle Bürger an der Wahl beteiligen. Die Folge ist, dass bisweilen auch viele Nicht-Parteimitglieder aktiv werden, um das Ergebnis beim politischen Gegner zu beeinflussen.
Der Stimmenanteil der Staaten auf dem Nominierungsparteitag hängt dann vor allem von ihrer Bevölkerungsstärke und ihrem Anteil demokratischer Wähler bei vergangenen Wahlen ab. Die Delegierten werden nach dem "Proporzsystem" entsandt: Je mehr Stimmen ein Anwärter in einem Staat bekommt, desto mehr Delegierte vertreten ihn.
(apa/red)
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