Samstag, 8. September 2007

Totaler Propaganda-Krieg: Am Jahrestag
von 9/11 lässt Bush für Irakkrieg werben

  • NEWS über Grusel-Videos und Bushs Besuch im Irak
  • PLUS: Brennende WTC-Türme und Kriegs-Veteranen

Der Schauplatz der Inszenierung war sorgfältig gewählt: Der US-Army-Stützpunkt al-Azad, 150 Kilometer westlich von Bagdad. Wie aus dem Nichts tauchte am Feiertagswochenende US-Präsident George W. Bush persönlich auf, ausgerechnet in der Provinz Anbar. Hier liegt das berüchtigte sunnitische Dreieck, die Städte Ramadi und Falluja, die zu Synonymen des verheerenden Bürgerkrieges wurden, der im Irak seit dem Ende des "echten" Krieges tobt. George W. Bush zeigte sich lachend, entspannt, mit seinen "guys" und "girls". "Vor einem Jahr hieß es, wir hätten Anbar an die Aufständischen verloren. - Und jetzt? - Die Sicherheitslage hat sich verbessert", tönte er vollmundig.

Wie bitter dürfte dieser Satz so manchem Iraki aufgestoßen sein. Die Truppenverstärkung, die Bush Anfang dieses Jahres beschloss, mag hier und auch in Bagdad, für eine leichte Beruhigung der Lage gesorgt haben. 4.000 Soldaten mehr kamen nach Falluja und Umgebung, jetzt sogar der Präsident.

Aktuelle Bilanz im Irak: 77.000 zivile Opfer
Doch sonst? - Im Rest des Landes verschlimmert sich die Lage von Monat zu Monat. Aktuelle Bilanz: 77.000 zivile Opfer, dazu 3.735 tote US-GIs. Den insgesamt 160.000 Soldaten der US-Army - darin sind sich mittlerweile alle Experten einig - bleibt nur ein Ausweg aus dem Desaster: Rückzug. Längst ist es keine Frage mehr, ob, sondern wann die USA, so wie jetzt bereits Großbritannien, ihre Stützpunkte räumen.

Bushs schamlose Politschlacht im US-TV
Das größte Opfer. Dies möchte man wenigstens meinen. Doch während US-Präsident George W. Bush eine Verringerung der Irak-Truppen inmitten ebendieser wenigstens "hypothetisch" andenken wollte, lässt er seine Hardliner-Lobby zur letzten Politschlacht um den Krieg im Irak antreten. Gnadenlos werden seit einigen Tagen im US-Fernsehen schwer gezeichnete Irak-Veteranen und ihre Familien vorgeführt. Dazu werden schamlos längst als Lügen entlarvte Klischees von einem Krieg gegen Terror und al-Qaida, der im Irak zu gewinnen sei, strapaziert.

Kriegs-Veteran zeigt stolz seine Kriegsverletzungen
"Sie haben uns angegriffen. Und ich weiß, sie werden es wieder tun", lässt man etwa John Kriesel in einem der Spots herzhaft erklären. Zu seiner Stimme werden Aufnahmen des 11. September 2001 gezeigt. Der Soldat John Kriesel hat vor fast einem Jahr, am 2. Dezember 2006, in der Provinz Anbar bei einem Bombenangriff beide Beine verloren. Stolz erzählt er, dass er weiß, wie viel er für den Krieg gegen den Terror geopfert habe und dass alles vergebens wäre, würden jetzt die Truppen aus dem Irak abziehen. Denn darin sei er sich sicher: Er zog in den Krieg, um seine Söhne zu schützen. Sein Statement endet mit den Worten: "Wir machen Fortschritte im Irak. Rückzug ist keine Option."

Mehr Informationen zu Bushs totalem Propaganda-Krieg lesen Sie im NEWS 36/07!

8.9.2007 22:37