Donnerstag, 6. September 2007

Keine Gnade für Marco: Junger Deutscher bleibt in türkischer Untersuchungshaft

  • Prozess gegen 17-jährigen Teenager wurde vertagt

Der 17-jährige deutsche Marco aus Uelzen muss weiter in türkischer Untersuchungshaft bleiben. Der Prozess sei abermals vertagt worden und soll am 28. September fortgesetzt werden, teilte Marcos Anwalt Michael Nagel nach der nicht-öffentlichen Gerichtsverhandlung im türkischen Antalya mit. Das Gericht gab ein neues medizinisches Gutachten in Auftrag, um die Widersprüche zwischen Zeugenaussagen und einem ärztlichen Gutachten auszuräumen.

Marco wird beschuldigt, im Urlaub in der Türkei eine dreizehnjährige Britin sexuell missbraucht zu haben. Nach dem Gutachten des Arztes, der die Britin untersuchte, kam es aber weder zu einer Vergewaltigung noch zum Geschlechtsverkehr. Bis wann die türkische Gerichtsmedizin das neue Gutachten vorlegen will, ist unklar.

Anwalt Nagel sagte, die Staatsanwaltschaft habe dem Antrag auf Freilassung des Schülers nicht zugestimmt. Die Richter seien offenbar noch nicht so weit in der Sache, dass sie über ein Ende der Untersuchungshaft hätten entscheiden wollen. "Ich halte das für grob rechtswidrig", sagte Nagel. (apa/red)

6.9.2007 12:47