Terroralarm in Deutschland: Fahndung nach
10 weiteren Verdächtige im In- und Ausland
- Jeder 2. Deutsche hat große Angst vor Terrorismus
- BILDER des Polizeieinsatzes. Österreich Terrorziel?

·Deutschland zittert vor Terror: BILDER!
Die Bilder der Festnahme islamischer Terroristen
·Österreich auch bald mögliches Terrorziel?
Experte: "Sind keine
Insel der Seligen mehr"
·Stichwort: Islamisten in Deutschland
Rund 3.000 Muslime gelten als gewaltbereit
·Anschlagspläne und Attentate seit 9/11
Anschlagsserie gegen US- Einrichtungen verhindert
·Wasserstoffperoxid -
Stoff mit Sprengkraft
Was die Terroristen damit
hätten anrichten können
·Al Kaida-Anschlag in Dänemark verhindert
Acht Festgenommene planten Bombenattentat
Nach den vereitelten Terrorplänen in Deutschland suchen die Sicherheitsbehörden noch "etwa zehn" Hintermänner. Innen-Staatssekretär August Hanning sprach von einem Netzwerk und sagte, es handle sich um Deutsche, Türken und Verdächtige anderer Nationalitäten. Nach den Worten des Präsidenten des deutschen Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, hatten die Terroristen offenbar vor allem Flughäfen als Anschlagsziele im Visier. Innenminister Wolfgang Schäuble warnte jedoch vor Terror-Panik und betonte, er glaube nicht an eine real erhöhte Gefährdung.
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe erklärte auf Anfrage, bisher habe es keine weiteren Festnahmen gegeben. Der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Hanning, sagte in dem Fernsehinterview, die zehn gesuchten Hintermänner seien "das Netzwerk, das wir derzeit kennen." Die Ermittler versuchten, alle Personen im Hintergrund der vereitelten Terrorpläne zu identifizieren. Die Fahndung laufe, Neuigkeiten gebe es derzeit nicht. Von dieser Terrorzelle gehe derzeit keine Gefahr mehr aus. "Aber es bleibt natürlich die grundsätzliche Bedrohung. Es bleibt der Auftrag, in Deutschland Anschläge durchzuführen, und dieser Auftrag beunruhigt uns", fügte Hanning hinzu.
Der Präsident des Bundeskriminalamts, Ziercke, sagte: "Es bestand konkret keine Gefährdung von Flughäfen, aber die Absicht der Täter ging in diese Richtung." Auch die Wahl der Basis der Terrorverdächtigen in einem entlegenen Ort im Sauerland wertete Ziercke als Hinweis auf mögliche Ziele eines Anschlags. Die Verdächtigen hätten sich dorthin zurück gezogen, um sich einer Überwachung zu entziehen. "Aber möglicherweise wollte man auch näher an mögliche Anschlagsorte heran, um von dort aus zeitnah agieren zu können. Insoweit ist das vielleicht ein Hinweis darauf gewesen, wo dieser Anschlag tatsächlich stattfinden sollte", sagte er. US-Einrichtungen hätten für die Verdächtigen im Vordergrund gestanden.
Festnahme drei Verdächtiger Teilerfolg
Die Festnahme der drei Verdächtigen wertete Ziercke als Teilerfolg. "Die Gefahrenspitze ist abgebrochen, was den konkreten Fall angeht", sagte er. Doch müsse man nun das Umfeld und das Netzwerk der Tatverdächtigen untersuchen. Die 40 Durchsuchungen im Zusammenhang mit den Festnahmen hätten dazu gedient, die Kontaktpersonen der Gruppe zu finden. Diese habe hochkonspirativ agiert und mit Observierung gerechnet.
Innenminister Schäuble warnte vor einer Gefahr durch radikale Konvertiten zum Islam. "Man denkt, wer hier aufwächst und die großen Vorteile unserer freien Gesellschaft genießt, ist immun. Aber einige sind für Radikalisierung empfänglich", sagte der CDU-Politiker zitiert. Dies seien gefährliche und fanatische Leute mit hoher krimineller Energie, erklärte Schäuble. "Das besorgt mich sehr." Der Minister wandte sich aber gegen überzogene Ängste. "Ich glaube nicht, dass wir im Augenblick eine real erhöhte Gefährdung haben".Es gebe zwar weitere Gefährder, aber keine so konkreten Hinweise wie jetzt im Fall der drei Verhafteten.
Strenge Strafen für Terror-Anwärter
Die Union dringt darauf, bereits den Aufenthalt in einem Terror-Ausbildungslager unter Strafe zu stellen. CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach sagte der "Netzeitung", nötig sei ein Straftatbestand für sogenannte terroristische Vorbereitungshandlungen. "Das betrifft insbesondere die Bereiche Ausbildung in einem Terrorlager und das Verbreiten von Anleitungen zum Bombenbau via Internet oder in anderer Form", fügte er an.
Die SPD stemmt sich gegen den Druck der Union, schnell Online-Durchsuchungen zuzulassen. "Ich bin der Auffassung, die Situation hat sich überhaupt nicht verändert", so SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz. Die Sicherheitsbehörden hätten bei ihrem Fahndungserfolg mit herkömmlichen Mitteln erstklassige Arbeit geleistet. "Ich halte es für ganz falsch, dass dieser wichtige Erfolg mit anderen tagesaktuellen Debatten verknüpft wird, etwa mit dem Stichwort 'Online-Durchsuchung'." Die Frage müsse in Ruhe geklärt werden. Es bleibe dabei, dass man zunächst die anstehende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts abwarten wolle, sagte Wiefelspütz.
(apa/red)
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