Dienstag, 4. September 2007

Gusenbauer kritisiert Israels Sperrwall: Bringt laut Kanzler wirtschaftlichen Schaden

  • Ramallah: "Auch Israelis leiden unter der Mauer"
  • Treffen mit Erekat, Fayyad und Präsident Abbas

Bundeskanzler Gusenbauer hat bei seinem Besuch in den palästinensischen Gebieten den wirtschaftlichen Schaden durch den von Israel errichteten "Sperrwall" beklagt. Er erinnerte vor Journalisten daran, wie er noch 1985 erlebt habe, dass es keinerlei Grenze, keinerlei Mauer, keinerlei Sperren gab. Vor allem, betonte Gusenbauer, entstehe hier ein wirtschaftlicher Schaden für beide Seiten.

Bei den Palästinensern sei das monatliche Einkommen stark gesunken. Auch die Israelis litten unter der Mauer, sagte der Bundeskanzler anlässlich seines Besuchs beim Sperrwall weiter. Die Wirtschaft in Jerusalem sei nur noch ein Schatten dessen, was sie sein könnte, wenn es keine Mauer in Jerusalem gäbe.

Treffen mit Erekat, Fayyad und Abbas
Gusenbauer traf am letzten Tag seines Besuches im Nahen Osten zunächst den palästinensischen Verhandlungsminister Erekat in Ramallah und fuhr dann zu Ministerpräsident Fayyad weiter. Auch ein Treffen mit Präsident Abbas (Abu Mazen) stand auf dem Programm.

Palästinensische Vertreter erklärten während des Mauerbesuchs dem Bundeskanzler, wie die palästinensische Bevölkerung unter dem Bau der israelischen Mauer litten, die Kinder von ihren Schulen abgeschnitten würden. Die Mauer trenne Palästinenser von Palästinensern anstatt an der alten, international anerkannten Grenze - so die palästinensische Darstellung - zwischen israelischen und palästinensischen Vierteln zu trennen.

(apa/red)

4.9.2007 10:55