Am "Tag der Arbeit": US-Präsident Bush überrascht Truppen im Irak mit Besuch
- Reise als Demonstration der Solidarität mit Soldaten
- Treffen mit US-Offizieren und irakischen Politikern

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Übergabe des gesamten Gebietes "im Herbst"
·Ereignisse im Irak seit der US-Invasion
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der wichtigsten Eckpunkte
Bei einem Überraschungsbesuch im Irak hat US-Präsident George W. Bush mit Militärs und Politikern über den künftigen Kurs dort beraten. Offiziell wurden seine Gespräche mit ranghohen US-Militärvertretern, dem irakischen Ministerpräsident Nuri al-Maliki und Stammesführern als "Kriegsrat" bezeichnet. Bush wurde von Verteidigungsminister Robert Gates, Außenministerin Condoleezza Rice und Sicherheitsberater Steven Hadley begleitet. Die Maschine Air Force One des Präsidenten war auf dem schwer bewachten US-Luftwaffenstützpunkt Al-Asad in der westlich von Bagdad gelegenen, vor Monaten noch heftig umkämpften Provinz Anbar gelandet.
Die Regierung in Bagdad war nach irakischen Medienberichten über den aus Sicherheitsgründen nicht angekündigten Besuch Bushs offensichtlich nicht im voraus informiert worden. Ein Sprecher der irakischen Regierung sagte der Nachrichtenagentur Aswat al-Irak, Bush wolle neben Maliki, einem Schiiten, auch Vizepräsident Tarik al-Hashimi (Sunnite) und Präsident Jalal Talabani (Kurde) treffen. Ein Bericht auf der Internetseite des Irakischen Nachrichten-Netzwerks, wonach Aufständische westlich von Bagdad erfolglos versucht haben sollen, die Maschine des US-Präsidenten zu beschießen, wurde nicht bestätigt.
Solidarität mit den Truppen
Der Abstecher Bushs auf seiner Reise zum Asien-Pazifik-Gipfel (APEC) in Australien am amerikanischen Labor Day (Tag der Arbeit) galt auch als Demonstration der Solidarität mit den Truppen im Irak. Beobachtern zufolge wollte der Präsident vor allem unterstreichen, dass die Verstärkung der US-Einheiten im Irak zur Stabilisierung der Lage in dem Golf-Staat beitrage.
Bush hatte den Irak nach der US-geführten Invasion, die zum Sturz des Regimes von Diktator Saddam Hussein führte, bereits zwei Mal zu Thanksgiving (Erntedankfest) 2003 und 2006 besucht. Er sollte eigentlich nach Sidney fliegen. Dann hob die Air Force One jedoch schon einen Tag früher vom Luftwaffenstützpunkt Andrews ab.
Bush erörtert Lage mit Generälen
Der US-Oberkommandierende im Irak, General David Petraeus, und Botschafter Ryan Crocker sollen dem Kongress am 10. September ihren Bericht über Fortschritte bei der Befriedung des Irak vorlegen. Dieser Bericht sollte in den Gesprächen Bushs mit den Generälen erörtert werden. "Das ist ein Treffen des Kriegsrats", sagte Gates' Sprecher, Geoff Morrell. Vor den Entscheidungen des Präsidenten sei dies die letzte Gelegenheit für die Bush-Berater und irakische Spitzenpolitiker, die Lage zu erörtern.
Wachsender Druck auf Bush
Bush steht unter wachsendem Druck der oppositionellen Demokraten, aber auch aus eigenen Reihen, einen Zeitplan für den Abzug der US-Truppen vorzulegen. Er lehnt die Forderung ab und hat wiederholt darauf verwiesen, dass die Aufstockung der US-Streitkräfte um 30.000 Soldaten Erfolge zeige. Die USA sind aber unzufrieden mit der Regierung Maliki, dem sie unzureichende Anstrengungen zur Befriedung vorwerfen.
Der Besuch im Irak dürfte auch den Versuch Bushs darstellen, im Konflikt mit dem von Demokraten dominierten Kongress die Oberhand zu gewinnen. Bush habe die Notwendigkeit empfunden, sich vor wichtigen Entscheidungen selbst ein Bild von der Lage zu verschaffen, sagte Hadley auf dem Flug in den Irak. Der Besuch in al-Asad ist von hoher symbolischer Bedeutung und wäre vor Monaten noch undenkbar gewesen. Die Wüstenregion galt bis vor kurzem als das gefährlichste Gebiet für die US-Soldaten im Irak. Ein Aufstand sunnitischer Stammesältester gegen das ebenfalls sunnitische Terrornetzwerk Al-Kaida hatte zur Befriedung der Provinz beigetragen. Inzwischen gilt diese als Musterregion.
Fünf Al- Kaida-Terroristen getötet
Während sich Bush in der Anbar-Provinz aufhielt, töteten US-Soldaten nach Angaben von Aswat al-Irak dort fünf Al- Kaida-Terroristen, die eine Polizeistation unweit der Stadt Falluja angegriffen hatten. Einer der Angreifer habe einen Sprengstoffgürtel getragen, hieß es. Bei einer Autobombenexplosion in Bagdad wurden zwei Zivilisten getötet und drei weitere verletzt. Die US-Armee berichtete, ein amerikanischer Soldat sei am Sonntag in der Nähe von Bagdad einem Sprengstoffangriff zum Opfer gefallen. Drei weitere Soldaten seien verletzt worden.
(APA/red)
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