UN-Generalsekretär Ban auf Darfur-Mission:
Fordert für Truppe westliche Militärhilfe
- Im Konflikt starben bisher rund 200.000 Menschen
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat den Westen zur militärischen Unterstützung der geplanten Darfur-Friedenstruppe aufgefordert. "Wir brauchen technische und logistische Mittel sowie Lufttransport-Kapazitäten, und dafür hoffen wir auf die Hilfe der europäischen Länder", sagte Ban in Interview der italienischen Tageszeitung "La Repubblica".
Der UN-Chef brach zum Auftakt einer sechstägigen Afrika-Reise in den Sudan auf, um sich in die Bemühungen für eine Lösung des Darfur-Konflikts einzuschalten. Dabei will er vor allem die Vorbereitungen zu den für Oktober angesetzten Friedensgesprächen zwischen der Regierung in Khartum und rund einem Dutzend Rebellengruppen voranbringen. Außerdem dürfte seine Aufmerksamkeit der vom UN-Sicherheitsrat beschlossenen Stationierung von 26.000 Friedenssoldaten der UNO und der Afrikanischen Union sowie der Bereitstellung humanitärer Hilfe gelten. Auf seinem Programm stehen auch ein Besuch in einem Flüchtlingslager in Darfur und ein Treffen mit Sudans Präsident Omar Hassan al-Bashir.
Mitarbeiter Bans dämpften allerdings die Erwartungen an die Reise. "Es geht nicht darum, einen Durchbruch zu erzielen", erklärte ein hochrangiger UN-Mitarbeiter. Die Reise sei vor allem wichtig, weil die Gewalt in der Region wieder zunehme. Ban hat die Situation als "schlichtweg untragbar" bezeichnet. Durch die Gewalt in Darfur sind in den vergangenen viereinhalb Jahren schätzungsweise 2,5 Millionen Menschen in die Flucht getrieben und 200.000 getötet worden.
Während seiner Afrika-Reise will Ban auch den Südsudan besuchen, wo ein 2005 geschlossenes Friedensabkommen mittlerweile auf der Kippe zu stehen scheint. Außerdem stehen Gespräche im Tschad und in Libyen auf seinem Programm.
(apa/red)
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