Mittwoch, 5. September 2007

Über 160.000 Euro Schulden: EU-Parlament "pfändet" Hans-Peter Martin bei Zulagen

  • Bis 2009 soll so die Summe zusammen kommen
  • Martin sauer: Rachefeldzug der Rechtsstaat verhöhnt

Das EU-Parlament macht mit seiner Rückzahlungsforderung an den österreichischen Europaabgeordneten Hans-Peter Martin ernst. Bei einer Sitzung wurde beschlossen, die 163.381 Euro wegen regelwidriger Verwendung der Sekretariatszulage von Martin dadurch zu erhalten, indem man die Zulagen für den EU- Abgeordneten einbehält. Martin erklärte, er könne nicht zurückzahlen, was er "nicht bekommen" habe.

Bis man die Summe von über 163.000 Euro von Martin auf diese Weise bekommt, dürfte aber ein langwieriger Weg sein. So erhält ein EU- Mandatar für Flugreisen zum Parlament beispielsweise bei einer Strecke zwischen 1.001 und 1.500 Kilometer eine Zulage von 286 Euro. Besser sieht es schon aus, wenn ein Abgeordneter als Berichterstatter ins Ausland reisen muss, dafür gibt es eine jährliche Geldspritze in Höhe von 3.895 Euro. Für einen Parlamentstag werden 279 Euro bezahlt, für Büromaterial- und Büromietkosten monatlich 3.946 Euro.

Bis 2009 Geld zusammen
Nicht angetastet werden dürfte jene Zulage, die ein Abgeordneter für sein Personal - also beispielsweise Sekretärinnen - bekommt, das sind immerhin 15.496 Euro pro Jahr. Trotzdem rechnet das EU-Parlament damit, dass bis zu den nächsten Europawahlen 2009 fast die gesamte Summe zurückbezahlt sein wird.

Martin: "Rachefeldzug"
Martin erklärte zur APA, er sei bisher vom EU-Parlament nicht kontaktiert worden. "Ich habe versucht, Stellung nehmen zu können, das wurde mir verwehrt". Von wem konkret? - Martin: "Von Seiten des Generalsekretariats". Von Römer selbst? - Der EU-Abgeordnete: "Nein, sondern vom Büro. Ich habe trotzdem darauf bestanden. Ich halte das für völlig ungerechtfertigt, für einen Rachefeldzug, der dem Rechtsstaat Hohn spricht".

Martin hatte bereits zuvor mehrmals erklärt, gegen die Rückzahlungsforderung des Europäischen Parlaments vor dem EU- Gerichtshof zu klagen. Mit dem Urteil sei in zwei Jahren zu rechnen.

(apa/red)

5.9.2007 21:34