EU im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit:
Vollwertige Anstellung anstatt Billig-Praktika
- PLUS: Den hohen Anteil an Schulabrechern mindern
- Jugendliche sollen sich für Jobs im Ausland begeistern

Die EU-Kommission fordert mehr Engagement im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit. "Trotz der Bemühungen einzelner Staaten wurden keine wirklichen Fortschritte erzielt", beklagte EU- Arbeitskommissar Spidla am Montag. Besonders kritisierte er die "Ausbeutung" durch schlecht oder gar nicht bezahlte Praktikumsplätze. 2008 will er eine "europäische Qualitätscharta" für Praktika vorschlagen.
Viele Firmen würden schlecht bezahlte Arbeitsplätze als "Praktika" tarnen und damit "Sozialdumping" betreiben, kritisierte Spidla bei einer Pressekonferenz mit Bildungskommissar Jan Figel in Brüssel. Auf mögliche Inhalte der "Qualitätscharta" - etwa Mindestlöhne oder eine maximale Dauer - wollte er nicht eingehen. Das Ziel sei jedenfalls, dass vollwertige Jobs nicht durch Praktika ersetzt würden, betonte Spidla. Als "skandalös" bezeichnete er unbezahlte Praktikumsplätze.
Kampf gegen Schulabbrecher
Figel beklagte den hohen Anteil von Schulabbrechern. Demnach beenden 15 Prozent der europäischen Jugendlichen ihre Ausbildung vorzeitig, ohne entsprechenden Abschluss. Die EU-Kommission forderte die Mitgliedsländer daher auf, bei der Ausbildung der Jugendlichen mehr auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes zu achten, Freiwilligenarbeit zu fördern sowie die Chancengleichheit im Bildungssystem im Auge zu behalten.
Arbeit im Ausland attraktiv gestalten
Die Kommission selbst will den Sprung junger Arbeitskräfte ins Ausland fördern und künftig alle drei Jahre einen Jugendbericht veröffentlichen. Eine Gesetzgebungskompetenz hat die EU im Bereich der Jugendbeschäftigung und -ausbildung nicht, wie Spidla bedauerte. Die Jugendarbeitslosigkeit in den 27 EU-Staaten lag im Juli bei durchschnittlich 15,4 Prozent. In Österreich war die Arbeitslosigkeit der 15 bis 24-Jährigen mit 8,2 Prozent zwar vergleichsweise niedrig, aber immer noch fast doppelt so hoch, wie in der Gesamtbevölkerung (4,3 Prozent). (APA/red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Erdbeben in Italien13:28
Österreich spürte BebenÜber 1.000 Menschen meldeten Erdstöße - sogar bis Linz und Wien spürbar
