Montag, 3. September 2007

Debatte um Klassenschülerzahl von 25: SPÖ pocht auf eine solide gesetzliche Basis

  • Niederwieser hofft auf aktuelle Gesetzgebungsperiode
  • Ungewohnt einträchtige Kritik von ÖVP & SP-Schülern

Die SPÖ will die Klassenschülerhöchstzahl von 25 auch auf eine gesetzliche Basis stellen. Bildungssprecher Niederwieser erinnerte, dass dies im Regierungsabkommen so vereinbart sei, geschehen soll dies bestenfalls noch bis zum Ende der Gesetzgebungsperiode. "In dieser Zeit wird es auch sein, dass wir das Wahlversprechen der kleineren Klassen eingelöst haben", so Niederwieser.

Derzeit gilt die Zahl 25 als "Richtwert" für die ersten Klassen Volksschule, Hauptschule, AHS-Unterstufe und Polytechnische Schule. Dies bedeutet, dass die Schulen die Ressourcen für eine Senkung der Klassenschülerzahl in den ersten Klassen auf 25 erhalten, die Senkung aber nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Zur Vermeidung von Abweisungen können auch größere Klassen gebildet werden.

Spielraum von 20 Prozent
Eingeplant soll bei der künftigen gesetzlichen Beschränkung auf 25 Schüler außerdem ein Spielraum von 20 Prozent - also von fünf Schülern - zur Vermeidung von Abweisungen sein. Derzeit beträgt die Höchstzahl 30 (plus 20-prozentigem Spielraum). Wann die Regelung kommen soll, steht aber noch nicht fest: "Wie der Zeitplan aussieht, kann ich noch nicht genau sagen", so Niederwieser. Es könnte durchaus fünf bis sechs Jahre dauern, bis diese Regelung in allen Klassen verankert sei. So benötige man mehr Raum wie auch Personal dafür. Wichtig sei außerdem, dass die Senkung bei sämtlichen Schulen angewendet wird, vor allem bei berufsbildenden, so der Niederwieser.

In der Frage der Vorschule weicht die SPÖ nicht von ihrer Linie ab: "Unser Plan ist nach wie vor, dass wir denken, dieses Vorschuljahr verpflichtend zu machen", so Niederwieser. Er betonte, dass dies gleichzeitig auch kostenlos heiße. Der derzeitige Kompromiss mit der ÖVP - also eine Verpflichtung bei sprachlichen Defiziten - sei aber eine "positive Weichenstellung".

Kritik von ÖVP und SP-Schülern
Ungewohnt einträchtig präsentieren sich bei dem Thema Klassenschülerzahlen ÖVP-Generalsekretär Hannes Missethon und die SP-nahe Aktion Kritischer SchülerInnen (AKS). In einer Aussendung warf Missethon Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) vor, ihr Versprechen einer Klassenschülerhöchstzahl von 25 gebrochen zu haben, da in zwei Drittel der ersten AHS-Klassen nach wie vor mehr als 25 Schüler sitzen. AKS-Vorsitzende Sophie Lojka wiederum bemängelte ebenfalls in einer Aussendung, dass vor allem im Oberstufenbereich die Klassen "auch im neuen Schuljahr übervoll" sind.

Missethon will unter anderem von Schmied wissen, "wohin das Budget zur Senkung der Klassenschülerhöchstzahl versickert". In dem von Schmied "selbst ausverhandelten Budget für 2007 und 2008 ist ausreichend Geld für die Klassenschülerzahl-Senkung "vorhanden. Die Ministerin könne sich auch nicht auf bauliche Maßnahmen ausreden: "Wenn man 25 verspricht, dann sind 26 oder 27 eben zuviel", so Missethon, der auch eine "Aushungerung" der AHS befürchtet.

Lojka bezeichnete zu große Klassen als "Enttäuschung für die SchülerInnen", diese würden "auch weiterhin einen Unterricht, dem viele Kinder und Jugendliche nicht folgen können", bedeuten: "Dieser Verlust an Unterrichtsqualität sollte eigentlich längst der Vergangenheit angehören." Weiterer Kritikpunkt der AKS: Für die Oberstufen gebe es noch keine konkreten Pläne, um die Klassengrößen zu verringern. Gerade in den BMHS sei auf Grund der riesigen Klassen mit bis zu 36 Schülern eine Senkung der Klassenschülerzahl nötig.

(apa/red)

3.9.2007 18:49