Neue Spekulationen um Todesursache: Ötzi dürfte Schädel-Hirntrauma erlitten haben!
- Sturz nach frontalem Angriff und Schlag auf den Kopf
- Ursache für Schädel-Hirntrauma nur dieser Aufprall?
·GRAFIK: Ötzi starb um 3340 vor Christus
Fundstelle nur 92 Meter von Österreich entfernt
·'Ötzi' nicht geschützt:
Merchandising blüht
Ötzi-Pizza, Ötzi-Wein, Ötzi-Hotels, Ötzi-Spiele...
·Ötzis "Fluch" gerät zum modernen Mythos
Reihe von Todesfällen rund um den Leichenfund
Die Spekulationen um die Todesursache des Steinzeitjägers Ötzi vor mehr als 5.300 Jahren sind um eine Theorie reicher. Wie Wissenschafter in Bozen erklärten, könnte der Urtiroler ein Schädel-Hirntrauma erlitten haben. Die Leiche weist außerdem eine schwere Verletzung an der Hand und eine Pfeilwunde an der Schulter auf.
Ein interdisziplinäres Forschungsteam mit dem Wiener Archäologen Andreas Lippert, den Bozner Radiologen Paul Gostner und Patrizia Pernter sowie dem Gerichtsmediziner und Konservierungsbeauftragten Eduard Egarter Vigl untersuchte in den vergangenen Monaten erneut die im Bozner Archäologiemuseum ausgestellte Leiche. Nach Ansicht der Wissenschafter erlitt Ötzi das schwere Schädel-Hirntrauma bei einem frontalen Angriff seines Gegners durch einen Schlag auf den Kopf. Ötzi soll mit dem Rücken nach unten auf einen Stein gefallen und dann seinen Verletzungen erlegen sein. Lippert schloss nicht aus, dass der Eismann sich das Schädel-Hirntrauma ausschließlich bei dem Sturz zugezogen haben könnte.
Radiologische Untersuchungen am Schädel und Hirn des Eismannes ließen den Schluss zu, dass Ötzi einen schweren Schlag auf die rechte Kopfseite im Bereich der Schläfe erhalten haben könnte. Der Mann aus dem Eis soll sich vor dem tödlichen Angriff in der damals schnee- und eisfreien Mulde niedergelassen haben. Darauf deute der Umstand hin, dass Ausrüstungsgegenstände abseits des Fundortes der Leiche gelegen hätten.
Pfeil aus Schulter gezogen
Die unnatürliche Haltung des über die Brust gedrehten Armes soll daher stammen, dass der Angreifer Ötzi noch vor der Leichenstarre auf den Bauch gedreht und den Pfeil aus der Schulter gezogen haben könnte. In dieser Position, quer über seinen linken Arm auf dem Bauch liegend, war Ötzi 5.300 Jahre später gefunden worden. Auf die Drehung der Leiche deute auch die Bärenfellmütze hin, die etwas abseits vom Kopf des Eismannes gefunden wurde.
Die Erkenntnisse widerlege auch bisher geäußerte Theorien, wonach Ötzi die unnatürliche Haltung im Schlaf eingenommen oder die Leiche durch die Gletscherbewegung gedreht worden sei. Die Untersuchungen würden belegen, dass die Leiche nicht bewegt worden sei. Die Forscher gehen davon aus, dass Ötzi eine hochgestellte Persönlichkeit gewesen sei. Darauf deute das für die Zeit seltene Kupferbeil oder Hinweise auf Menhire. (apa/red)
