CO2-Werte gefährden Weideland: Wiesen können Treibhausgasen nicht standhalten
- Buschwerk hingegen nutzt CO2 für Photosynthese
- Gegenmaßnahme: Gezieltes Abbrennen der Büsche

·Klimawandel bis 2050
ist "gut berechenbar"
Veränderungen sind Fakt:
Experte über die Folgen
·Mensch betätigt sich als Regenmacher
Niederschlagsverteilung verschob sich durch uns
Der steigende Ausstoß von Kohlendioxid fördert das Überwuchern von Weideland durch Büsche und gefährdet damit die Nutzung von Weiden für die Tierhaltung. Dies geht aus einer Studie hervor, die am Montag von der US-Akademie für Wissenschaften in Chicago veröffentlicht wurde.
Demnach sind Büsche offenbar besser als Gras geeignet, CO2 für die Photosynthese zu nutzen. Der Untersuchung zufolge ist dies eine Erklärung dafür, dass sich Buschwerk in den letzten zwei Jahrhunderten weltweit kontinuierlich auf Weideflächen ausgebreitet hat - ob in den USA oder in den Steppen der Mongolei oder Kasachstans.
Labor-Studie bestätigt Gras-Problematik
Der Studie lag ein Experiment zugrunde, das Wissenschafter des landwirtschaftlichen Forschungsinstituts von Fort Collins im US-Bundessaat Colorado vorgenommen hatten. Sie umkleideten eine Versuchs-Weidefläche mit Glas und pumpten CO2-Konzentrationen hinein, die doppelt so hoch waren wie der durchschnittliche Ausstoß. Damit sollten die Bedingungen hergestellt werden, die Klimaforscher für das Ende dieses Jahrhunderts erwarten. Nach fünf Jahren hatte sich auf der Versuchsfläche ein niedriges, hölzernes Buschwerk namens Artemisia Frigida ausgebreitet. Das Gewicht dieses Gewächses war im Versuchszeitraum um das 40-fache, die von ihm bedeckte Fläche um das 20-fache gestiegen.
Kuh hat nix zu kauen
Die Ausbreitung der Büsche reduziere zugleich die Grasflächen, betonte Jack Morgan, einer der beteiligten Forscher. Ohne geeignete Gegenmaßnahmen, etwa das Abbrennen von Buschwerk, werde es somit immer weniger Weideland geben, auf dem Vieh grasen könne, warnte er. (APA/red)
