Sonntag, 2. September 2007

"Bauernsterben" in Österreich geht weiter: Täglich hängen 9 Milchbauern Job an Nagel

  • "Jetzige Milchpreiserhöhung kommt für viele zu spät"
  • SPÖ gibt Landwirtschaftsminister Josef Pröll Schuld

Seit dem EU-Beitritt vor zwölf Jahren haben in Österreich täglich neun Milchbauern ihr Melkzeug für immer an den Nagel gehängt. Damit hat sich die Zahl dieser Landwirte von damals 80.000 auf nur noch 38.000 mehr als halbiert.

"Die jetzige Milchpreiserhöhung kommt für viele Landwirte zu spät", so Ewald Grünzweil, Obmann der IG Milch, berichtet die "Kronen Zeitung".

SPÖ gibt Pröll die Schuld
Dass es in Österreich immer weniger Bauern gibt ist laut SPÖ eine Folge der "verfehlten" Förderpolitik von Landwirtschaftsminister Josef Pröll (V) und dem VP-Bauernbund. Diese Politik habe nicht der Erhaltung einer gesunden und lebensfähigen Landwirtschaft gedient. Vielmehr seien die Fördermittel zu Gunsten der Großbauern vergeben worden, so SPÖ-Agrarsprecher Kurt Gaßner.

Die Kritik will die ÖVP naturgemäß nicht auf sich sitzen lassen. "Wir erleben derzeit in Österreich, wie in ganz Europa, einen Strukturwandel in der Landwirtschaft", so Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch. Und er betont: "Von einem Milchbauernsterben kann aber nicht die Rede sein." Die "Kronen Zeitung" hatte am Sonntag berichtet, dass in Österreich täglich neun Milchbauern zusperren.

Den Vorwurf, dass die derzeitige Förderpolitik Großagrarier bevorzuge, weist Grillitsch zurück. Vielmehr verwies er auf den Markt. Dieser, und nicht die Politik, würden die Milchpreise bestimmen.

(apa)

2.9.2007 16:32