Protest möglich: Post-Gewerkschaft lehnt Briefträger-Sparpaket mehrheitlich ab!
- Ergebnis inakzeptabel, Urabstimmung überflüssig
- Christgewerkschaft startet Mitarbeiterbefragung

·Post: "Schutzbrief" für alle Briefträger
Keine Kündigungen für geplanten Stellenabbau
·Post will über 1.000 Briefträger abbauen!
Nach Ämterschließung kommt Personalabbau
·Post will 19 Dorf- Postämter zusperren!
Lenken Ortschefs nicht ein, gibt's Landzusteller
·Postamt-Schließung: Die betroffenen Orte!
KLICKEN: Kärnten ist
am stärksten betroffen
·"Optimierungsphase": Postämter-Sterben!
Von 2.300 Ämtern bleiben
jetzt nur noch 1.312 über
·Pakete künftig nach der Größe verrechnet
Soll in nächsten zwei Jahren umgestellt werden
·Post AG ist knapp um 1 Drittel gewachsen
Plus: Kauf von zwei DHL-
Töchter in Belgien & NL
·Post: Auslands-Porto
ab 1. September höher
Standardbrief kostet in Zukunft 1,15 statt 1 Euro
Das oberste Gremium der Post-Gewerkschaft hat das geplante Briefträger-Sparpaket mehrheitlich abgelehnt. Sechs von zehn Personalvertretern hätten im Zentralausschuss gegen das vom Management vorgelegte Verhandlungsergebnis gestimmt, sagte Gewerkschaftssprecher Martin Palensky. Nicht mitgestimmt haben die Christgewerkschafter. Sie wollten eine Urabstimmung abhalten und planen jetzt von 3. bis 7. September auf eigene Faust eine Mitarbeiterbefragung.
Post-Gewerkschaftschef Gerhard Fritz von der SP-Fraktion schließt Protestmaßnahmen nicht aus, falls der Vorstand die geplanten Einsparungen ohne Zustimmung des Betriebsrates durchsetzen sollte. Palensky drohte auch mit rechtlichen Schritten. Akut will die Gewerkschaft jetzt die betroffenen Mitarbeiter in Informationsveranstaltungen über den Stand der Dinge informieren. Alles Weitere hänge vom Vorstand ab. Der sei jetzt am Zug, so der Gewerkschaftssprecher.
1.000 Briefträger werden abgebaut
Die Post-Führung hatte vergangene Woche angekündigt, dass sie bis Ende 2009 über 1.000 der derzeit rund 12.000 Briefträger und Paketzusteller abbauen will. Gleichzeitig sollen die Zustellgebiete überarbeitet und die Zulagen neu verteilt werden. Die Gewerkschaftsspitze spricht von täglich 73 Minuten Mehrarbeit für 90 Cent. Angesichts dessen, dass das Unternehmen so gut verdiene wie noch nie, sei das "inakzeptabel", so Palensky. Eine Urabstimmung darüber hält er für überflüssig.
Das Unternehmen dagegen versichert, dass es nur zu einer Neuverteilung der Arbeit komme und die 40-Stunden-Woche nicht angetastet werde. Außerdem hat der Vorstand garantiert, dass es zu keinen Kündigungen kommen werde. Den geplanten Mitarbeiterabbau will die Post ausschließlich durch die Nicht-Nachbesetzung freiwerdender Stellen bewältigen. (apa/red)

