Dienstag, 28. August 2007

Sevilla-Spieler Puerta gestorben: Bei Liga-
Spiel gegen Getafe zusammengebrochen

  • Lag nach Herzstillständen zuletzt im künstlichen Koma
  • Der spanische Verteidiger wurde nur 22 Jahre alt
    Tod auf dem Fußballplatz - Puerta kein Einzellfall

Der spanische Fußball-Profi Antonio Puerta ist tot. Drei Tage nach seinem Zusammenbruch im Meisterschaftsspiel seines Clubs FC Sevilla gegen Getafe starb der Verteidiger im Alter von 22 Jahren im Krankenhaus "Virgen del Rocio" in Sevilla.

Als Reaktion auf den Todesfall wurde das Rückspiel Sevillas in der dritten Runde der Champions-League-Qualifikation auswärts gegen AEK Athen laut spanischen und griechischen Medienberichten auf den 3. September verschoben. Das Hinspiel hatten die Andalusier mit 2:0 für sich entschieden.

Am 31. August sollte der regierende UEFA-Cup-Champion FC Sevilla im Duell um den europäischen Supercup gegen Champions-League-Sieger AC Milan antreten, auch diese Partie dürfte jedoch abgesagt werden. Die Mailänder sprachen den Andalusiern bereits ihr Beileid aus und betonten, sie würden in Anbetracht der tragischen Ereignisse jede Entscheidung der UEFA über eine Verschiebung akzeptieren.

Puerta, der ein Mal im spanischen Team gespielt hat und laut spanischen Medien in knapp zwei Monaten Vater werden sollte, war gegen Getafe nach einer halben Stunde zusammengebrochen, hatte aber zunächst das Bewusstsein wiedererlangt. In der Umkleidekabine erlitt der Abwehrspieler jedoch einen erneuten Kollaps, musste reanimiert und an eine Herz-Kreislauf-Maschine angeschlossen werden. Im Spital in Sevilla war er seither künstlich beatmet worden.

Die Ursache für den Kollaps und die mehrfachen Herzstillstände sind noch ungeklärt. Nachdem Puertas Zustand am Sonntag als "ernst, aber stabil" bezeichnet worden war, hatte er sich am Dienstag zunehmend verschlechtert. Dies sei auf Schädigungen des Gehirns zurückzuführen, die durch mangelnde Sauerstoffzufuhr zustande gekommen waren, ließen die Ärzte in Sevilla verlauten.

Puertas Leichnam wird nun ins clubeigene Estadio Ramon Sanchez Pizjuan gebracht, wo Fans von dem Spieler Abschied nehmen können. Das Begräbnis ist für Donnerstag angesetzt.

Der Andalusier war ein ausgesprochen athletischer Spieler, der alle medizinischen Tests zu Saisonbeginn bestanden hatte. Nach Angaben der Zeitung "El Pais" soll er in der Vergangenheit aber schon zwei Ohnmachtsanfälle erlitten haben, denen man allerdings keine Bedeutung beigemessen und die man auf die Hitze zurückgeführt habe. Puerta kam in Sevilla zur Welt und wuchs in unmittelbarer Nähe des Sanchez-Pizjuan-Stadions auf. Er schloss sich schon als Kind dem FC Sevilla an, obwohl sein Vater ein Anhänger des Stadtrivalen Betis gewesen war.

Puertas Todesfall ist in den vergangenen Jahren nicht der erste im Profi-Fußball. Im Jänner 2004 war der ungarische Stürmer Miklos Feher von Benfica Lissabon in einem Meisterschaftsspiel nach einem Herzanfall gestorben. Sieben Monate zuvor war Kameruns Internationaler Marc-Vivien Foe während einer Partie im Confederations-Cup kollabiert und verstorben.

(apa/red)

28.8.2007 17:48