Schachtjor Donezk lockte mit Millionen:
Und Kommunist Lucarelli wurde schwach
- Wechselte trotz Livorno-Tattoo und Treueschwüren
- Ex-Serie-A-Goalgetter will gegen Salzburg treffen

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1:3 in Donezk besiegelt Ausscheiden in CL-Quali
·Salzburg wäre bei
CL-Auslosung in Topf 4
Gruppe mit Milan, Sevilla und Stuttgart möglich
·Lucarelli-Doppelpack bei Donezk-Triumph
Salzburg-Gegner vor CL-
Rückspiel gut in Schuss
·Champions League: Auslosung 2009/10
Spiele und Ergebnisse
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Trotz aller Treueschwüre zur AS Livorno hat Cristiano Lucarelli im Sommer seine große Liebe verlassen. Die Geldkoffer von Donezk-Boss Rinat Achmetow, dem reichsten Ukrainer, ließen den 31-Jährigen selbst das auf den linken Arm tätowierte Livorno-Clubwappen und die Autobiografie "Behaltet eure Millionen!" vergessen - für eine kolportierte Jahresgage von 4 Mio. Euro war auch der bekennende Kommunist käuflich.
Rechtzeitig vor dem Champions-League-Qualifikations-Rückspiel am Mittwoch gegen Salzburg scheint der zweitbeste Torschütze der vergangenen Serie-A-Saison auf dem Weg zu alter Stärke zu sein. Beim 2:0-Heimerfolg am Samstag daheim gegen Simferopol erzielte die Nummer 99 das 1:0 per Elfer und das 2:0 per Kopf. Auf seinen bei den ultralinken Livorno-Fan-Brigaden zum Kult gewordenen Torjubel, dem kommunistischen Gruß mit der geballten linken Faust, verzichtet Lucarelli mittlerweile. Der italienische Verband hatte den Toptorjäger dafür einst mit einer Geldstrafe von 30.000 Euro belegt.
Bisher noch nicht ganz in Topform
Doch vor allem punkto Fitness sieht sich Lucarelli noch nicht in Topform. "Aber spätestens Ende November werden die Donezk-Fans den 'grande Lucarelli' sehen", verspricht der 1,88 m große Sturmtank, der noch nicht genügend Kondition für volle 90 Minuten haben dürfte. Deshalb verzichtet derzeit auch Italiens Teamchef Roberto Donadoni auf Lucarelli, obwohl er diesen angesichts der Krise beim Weltmeister gut gebrauchen könnte. "Ich habe mit Donadoni gesprochen. Wenn ich voll fit und bereit bin, holt er mich wieder."
Vor seinem in Livorno vielfach als Verrat bezeichneten Wechsel nach Donezk hatte sich Lucarelli bei seinem Landsmann und Ex-Donezk-Coach Nevio Scala schlaugemacht. Der erste Eindruck vom Donezker Becken scheint nun ein ausgezeichneter zu sein. "Der Club ist hervorragend organisiert. Und Präsident Rinat Achmetow will Schachtjor auf höchstem europäischen Niveau etablieren."
Champions League als großes Ziel
Und die Champions-League-Teilnahme ist auch das ganz große Ziel Lucarellis. "Das war einer der Hauptgründe für meinen Wechsel. Denn in Italien kann man nur Champions League spielen, wenn man bei Milan, Inter oder Juventus ist. Ich werde alles tun, damit Schachtjor dieses Ziel erreicht", kündigte der Italiener an, für den ein Wechsel innerhalb der Serie A nicht in Frage kam.
Über den Donezk-Gönner Achmetow schwärmt Lucarelli in höchsten Tönen. "Er ist einzigartig. Vielleicht ist er sogar mit Chelsea-Boss Roman Abramowitsch vergleichbar. Schachtjor kann sich glücklich schätzen, Achmetow liebt den Club." Dass in seinem Vertrag eine Klausel stehe, dass Lucarelli einmal pro Monat Achmetows Privatjet benutzen darf, bezeichnete der Italiener "leider als Gerücht".
Die Millionen aus Donezk investiert Lucarelli u.a. in den Aufbau einer eigenen Zeitung mit den Themen Lifestyle, Sport, News und Politik, die am 9. September erstmals erscheinen wird und in Livorno Arbeitsplätze bringen soll. Und auch sonst zeigt der "Calcio"-Star oft ein großes Herz. Wie z.B. im Rahmen seines Wechsels in die Ukraine, als er eine in Livorno arbeitende Ukrainerin mit nach Donezk nahm, damit sie erstmals seit zwei Jahren wieder ihre Kinder sehen konnte.
(apa/red)
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