Aus der Traum für unsere Tamira Paszek: Vorarlbergerin im Achtelfinale draußen!
- 1:6,5:7 gegen Nummer 6 der Welt Tschakwetadse
- Österreich ist endgültig draußen aus den US-Open
·Bammer schaffte es ins Major-Achtelfinale
Geht als Außenseiterin ins Match gegen Jankovic
·"Es war von Anfang an der Wurm drin"
Jürgen Melzer verliert bei US-Open gegen del Potro
·Tennis: So steht's in den Weltranglisten!
Serena Williams und
Rafael Nadal die Nr.1

Die Einzelbewerbe der diesjährigen, mit 19,653 Mio. Dollar dotierten US Open in New York sind für Österreich vorbei. Tamira Paszek musste sich am Montag im Achtelfinale nach im zweiten Satz toller Gegenwehr gegen die Weltranglisten-Sechste Anna Tschakwetadse nach 78 Minuten mit 1:6,5:7 geschlagen geben. Und dies, obwohl sie nicht 100-prozentig fit war.
Mit Julian Knowle, der an der Seite des Schweden Simon Aspelin sensationell die topgesetzten US-Twins Bob und Mike Bryan eliminiert hatte, ist Rot-Weiß-Rot aber im Doppel-Halbfinale noch vertreten. Der 33-Jährige kommt wie Paszek aus Vorarlberg und bestreitet nach Wimbledon 2004 (damals Finale) sein zweites Grand-Slam-Halbfinale.
Stefan Koubek hat warten müssen, bis er über 30 Jahre alt geworden ist, Tamira Paszek durfte schon mit 16 Jahren erstmals in das größte Tennis-Stadion der Welt einlaufen. Wie Koubek, der in Runde drei nach sehr guter Leistung gegen James Blake ausgeschieden war, bedeutete dieser Schauplatz auch für Paszek das Ende ihres Laufs. Beide haben gegen die aktuelle Nummer 6 der Welt verloren.
´
Neue Favoritin
Tschakwetadse, die sich mittlerweile zur heißen Titelkandidatin gemausert hat, übernahm wie erwartet von Beginn an das Kommando. Innerhalb von neun Minuten stand es 3:0, innerhalb von 28 Minuten hatte die 20-Jährige den ersten Satz in der Tasche. Paszek nahm nach dem ersten Satz ein "medical timeout", um sich behandeln zu lassen und wurde auch in der Folge noch zweimal bei den Seitenwechseln massiert.
Paszek lädiert
Die kleine Vorarlbergerin war schon mit einem großen Tapeverband um den linken Oberschenkel auf dem Platz erschienen - eine Auswirkung vom Drittenrundenerfolg über Patty Schnyder. Im zweiten Satz ging Paszek dann prompt mit 3:1 in Führung und schaffte bei 4:5 nach Abwehr eines Matchballs noch das 5:5. Dann hatte sie ihr Pulver aber verschossen.
Ein bisschen traurig war die Österreicherin danach schon. "Wenn man so eine Chance hat, Night Session im Arthur Ashe das erste Mal, und dann kann man sich nicht so bewegen, ist das natürlich schade. Ich hab versucht zu fighten, aber sie hat kaum Eigenfehler gemacht", meinte Paszek, die laut eigenen Angaben "überhaupt nicht nervös" war, als sie erstmals auf diesen Riesenplatz ging. "Es ist ein Gefühl, an das man sich gewöhnen kann", hat sie eher im Gegenteil Lunte gerochen.
Paszek wollte nicht so sehr darüber nachdenken, was möglich gewesen wäre, wenn sie topfit gewesen wäre. "Ich kann ihr nur gratulieren, sie hat unglaubliches Tennis gespielt, sie war sehr konstant und aggressiv. Sie hat verdient gewonnen. Leider war ich nicht fit, das Knie schmerzt immer noch." Die Chancen seien so oder so dagewesen. "Wenn ich fit gewesen wäre, wäre es aber sicher enger ausgegangen."
Sie hat jedenfalls bewiesen, dass sie auf Top-Ten-Level mithalten kann. "Von den Schlägen und der Technik her passt eigentlich alles. Klar, ich bin noch nicht ausgewachsen, es fehlt noch die Power in den Schlägen und die Präzision in den wichtigen Momenten." Ob sie noch wachsen wird - was Mediziner mittlerweile ganz gut voraussagen können - weiß sie nicht. "Ja, sicher, ein, zwei Zentimeter wären schon schön. Ausgewachsen ist man ja erst mit 18", hofft Paszek, die derzeit 1,65 m klein ist.
Trotzdem Erfolg für Österreich
Aus österreichischer Sicht waren die US Open ein Riesenerfolg: Das beste Grand-Slam-Turnier seit 1999 (French Open), als mit Barbara Schwartz und Sylvia Plischke zwei Spielerinnen das Viertelfinale und Stefan Koubek das Achtelfinale erreicht hatten. Mit Sybille Bammer und Tamira Paszek zwei Damen im Achtelfinale, Koubek klopfte mit 30 gegen Blake sogar noch als dritter Spieler an Tür zur Runde der letzten 16 an. Bammer forderte auch im Achtelfinale noch die Weltranglisten-Dritte Jelena Jankovic in einen dritten Satz, auch Paszek machte der Nummer 6 der Welt im zweiten Satz das Leben schwer - und das mit 16 Jahren.
Bammer und Paszek haben heuer insgesamt vier Achtelfinal-Teilnahmen bei Grand Slams erreicht: Bammer in Paris, Paszek in Wimbledon und nun beide in New York. Tolle Aussichten für die Majors 2008 jedenfalls, denn nicht nur die junge Paszek, sondern auch die 27-jährige Bammer steigern sich kontinuierlich.
(APA)
