Samstag, 1. September 2007

Überraschung in rot-weiß-rot bei US-Open: Bammer zog souverän in Achtelfinale ein

  • Geht als Außenseiterin ins Match gegen Jankovic
  • Legt nicht mehr so viel Augenmerk auf das Ranking

Sybille Bammer hat zwar ohne Satzverlust und dank einem beeindruckenden 6:1,6:2 über die Weltranglisten-13. Jelena Dementjewa (RUS) das Achtelfinale erreicht, in diesem ist sie aber gegen Jelena Jankovic am Sonntag Außenseiterin. In bisher sechs Begegnungen mit der starken Serbin hat sie nur einmal gewonnen, zuletzt gab es unmittelbar vor den US Open in Los Angeles und in Montreal zwei sehr glatte Niederlagen.

"Ich glaube, dass wir ein bisserl eine ähnliche Spielweise haben, nur dass sie es halt perfekt macht", meinte Bammer über Jankovic. Die vergangenen beiden Niederlagen kamen jeweils am Abend zu Stande und das kam ihrem Naturell nicht entgegen. "Das taugt mir einfach nicht so, weil ich ein Morgenmensch bin." Wohl auch wegen ihrer Rolle als Mama geht sie immer zwischen 21:30 und 22:30 Uhr schlafen. "Ich bin halt oft geistig nicht mehr so frisch am Abend, aber das kann man sicher auch trainieren."

Frühes Achtelfinale wünschenswert
Es wäre also wünschenswert, wenn das Achtelfinale nicht allzu spät angesetzt wird. Favoritin bleibt Jankovic in jedem Fall, auch wenn sie sich gegen die Französin Alize Cornet beim 4:6,6:2,6:3-Erfolg überraschend schwer tat. "Ich habe begonnen, als würde ich zu einem Picknick gehen", kritisierte Jankovic sich selbst. Die Nummer drei des Turniers führte ihre Schwierigkeiten auch darauf zurück, dass sie Cornet nicht kannte.

Was sie von Bammer nicht behaupten kann. "Ich habe oft gegen sie gespielt, also weiß ich, wie ich gegen sie spielen muss. Sie ist eine Linkshänderin und kann recht trickreich spielen." Darum werde das Match gegen Bammer eine "andere Geschichte" sein.

Vorbereitungen des Coaches
Bammer-Coach Jürgen Waber wird versuchen, Sybille anders vorzubereiten. "Wir haben gegen Jankovic gar nichts zu verlieren. Wir werden schauen, dass Sybille in dieses Match mit einer ganz anderen Einstellung hineingeht, vielleicht ein bisserl gelöster." Der Coach hatte jedenfalls bei Bammer schon im Training eine kontinuierliche Steigerung bemerkt. "Sie hat sich ein bisserl frei gespielt und der Druck ist durch das Erreichen der dritten Runde etwas von ihr gefallen."

Trotz des anhaltenden Aufstiegstrends wollen sich Bammer und Waber auf keine neuen Ranking-Ziele festlegen (lassen). Waber: "Diese Ziele haben überhaupt keine Bedeutung. Man muss sich einfach auf das konzentrieren, was man besser machen kann." Das Ranking ergäbe sich dann von selbst. Diese Denkweise hilft offenbar der 27-jährigen Ottensheimerin. "Seit ich eher das Ziel vor Augen habe, dass ich mich konditionell und mental sowie meine Schläge weiter verbessern will, spiele ich einfach viel besser."

Schritt für Schritt
Schritt für Schritt, Platz für Platz will sie sich nach oben arbeiten. Ziel ist ein verbessertes Angriffsspiel, mehr zum Netz aufzurücken. "In jedem Schlag kann man alles noch optimieren", weiß Bammer. "Es ist eigentlich alles schon ganz gut, aber es ist überall noch was drin."

Wenn sie so weiter spielt, ist 2008 bei den Olympischen Spielen auch etwas für sie drin. Sie hatte ja bereits angekündigt, dass sie in Peking unbedingt eine Medaille holen will. Sie outete sich als wahrer Fan ihrer Heimat: "Ich bin stolz, dass ich in Österreich wohnen darf. Für mich ist Österreich einfach ein Wahnsinn. Eine Medaille für Österreich zu gewinnen ist, glaub' ich, das Größte, was ein Sportler erreichen kann."

Was sie so an Österreich liebt? "Die Atmosphäre, die Leute, es ist alles sauber immer und es ist sicher." Die Rückkehr kann aber ruhig noch ein bisschen dauern, bis zum Schulbeginn ihrer Tochter Tina am 10. September hat sie ja noch genügend Zeit.

(APA/red)

1.9.2007 10:57