Koubek stürmt in die 3. US-Open-Runde: Ausgezeichnete Leistung gegen Franzosen
- Auch Paszek-Revanche an Francesca für Toronto
- Österreicher gaben noch keinen einzigen Satz ab!
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Österreichs Tennisfreunde haben beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres allen Grund zur Freude: Mit Sybille Bammer, die schon gegen Jelena Dementjewa um ihr zweites Major-Achtelfinale nach Paris kämpfte, Tamira Paszek bei ihrer US-Open-Premiere im Hauptbewerb und einem plötzlich ungemein stark spielenden Stefan Koubek stehen schon drei Österreicher in Flushing Meadows in der Runde der letzten 32. Jürgen Melzer hatte gegen den starken Juan Martin del Potro (ARG) die Chance, es dem Trio gleichzutun.
Zusätzlich bemerkenswert: Bammer, Paszek und Koubek haben bisher noch keinen Satz abgegeben - also 14:0-Sätze. Und erstmals seit den US Open 2004 stehen drei Österreicher in dieser Phase eines Majors.
Paszek revanchierte sich mit einem nach 1:44 Stunden erzielten 6:3,7:5 über die als Nummer 24 gesetzte Italienerin Francesca Schiavone für die vor kurzem erlittene Niederlage in Toronto. Die erst 16-jährige Vorarlbergerin, die damit die jüngste noch im Feld verbliebene Spielerin ist, trifft am Samstag auf die Nummer 11 des Turniers, die Schweizerin Patty Schnyder.
Koubek fertigte nach ausgezeichneter Leistung den Weltranglisten-59. Michael Llodra nach nur 84 Minuten mit 6:1,6:3,6:3 ab. Der 30-jährige Kärntner trifft nun - und dies wohl in einem der großen Stadien - am Samstag auf den als Nummer 6 gesetzten US-Star James Blake, der sich gegen Fabrice Santoro (FRA) extrem plagen musste und erst nach 3:24 Stunden und seinem ersten Fünf-Satz-Erfolg überhaupt weiterkam.
"Ich bin happy", freute sich Paszek, die hier vor drei Jahren als 13-Jährige bei den Juniorinnen ihr erstes Grand-Slam-Match gespielt hat. "Ich fühle mich super von den Schlägen her." Darum blickt sie auch locker in Richtung Samstag, an dem sie sich erstmals mit Schnyder misst. "Sie hat ein ähnliches Spiel wie Schiavone, ich habe mit ihr in Toronto trainiert. Sie ist Linkshänderin und hat einen gefährlichen Aufschlag. Ich muss meine Eigenfehler-Quote wieder einstellen."
Schnyder selbst ist freilich vorgewarnt, beobachtet auch die Karriere der kleinen Vorarlbergerin. "Sie hat sich im vergangenen Jahr sehr verbessert. Sie hat sich extrem entwickelt, im Fitnessbereich, aber auch spielerisch. Sie ist schon sehr professionell für ihr Alter." Die Spielweise Paszeks, so die Eidgenössin, sehe nicht spektakulär aus, aber was sie tut, sei immer gefährlich. Andererseits sieht sie für die Zukunft ein gewisses Problem in der Größe der 1,65 m kleinen "Mimi". "Sie ist immer noch recht klein. Und wenn man nicht so die Winner spielen kann, dann ist es schon schwierig, über die Jahre das Toplevel zu halten."
Schnyder ist nur drei Zentimeter größer. "Ich weiß also wovon ich spreche." Paszek kann es egal sein, ihr rasanter Aufstieg im Damentennis wird sich auch nach New York erneut in einem verbesserten Ranking (derzeit noch 43.) dokumentieren. Und Schnyder war ja auch schon einmal Nummer 7 der Welt.
Bis dahin ist es auch für Paszek noch ein weiter Weg, doch trotz der Vorschusslorbeeren: Abheben will sie deshalb als Person nicht, versichert Tamira: "Ich sehe es immer noch gleich. Ich bin 16 und das gleiche Mädchen, das zur Schule geht, am liebsten die Zeit daheim mit der Familie und Freunden verbringt und das so bleiben möchte wie es ist."
Während Paszek noch am Anfang einer möglicherweise großen Karriere steht, erlebt Koubek vielleicht einen neuen Frühling. Seine zwei Leistungen in Flushing Meadows waren beeindruckend: Mit zwei Drei-Satz-Siegen über Sam Querrey (USA) und Michael Llodra (FRA) könnte er sich in einen seiner seltenen, aber umso gefährlicheren "Läufe" gespielt haben.
"Besser kann ich nicht spielen. Das war das zweite perfekte Match hier. Ich glaube, ich habe einen Volley im gesamten Match unkonzentriert gespielt, der Rest war eigentlich super", freute sich ein bestens gelaunter Koubek. Dieser war nicht unbedingt als Favorit gegen den aufschlagstarken Franzosen ins Match gegangen, aber was er dann auf Platz 4 zeigte, war schon außergewöhnlich. Nach nur 17 (!) Minuten hatte er Satz eins in der Tasche, nach nur 84 den Sieg.
"Jetzt bin ich richtig gefährlich. Wenn ich so weiterspiele, wird's ein richtig geiles Match am Samstag." Auf das Duell mit dem Weltranglisten-Sechsten Blake freut er sich richtig, auch wenn er freilich Außenseiter ist: Unbezwingbar ist Blake nicht, wie Santoro ja gezeigt hat. "Sicherlich nicht. Ich habe ihn vor Jahren, als ich bei den Australian Open im Viertelfinale gestanden bin, in der zweiten Runde in fünf Sätzen geschlagen. Ich weiß, dass der Respekt von der anderen Seite auch da ist." Bruder Thomas Blake kam übrigens während des Koubek-Matches zum Spionieren vorbei.
Koubek ist ein Spieler, dem es gefällt, vor großem Publikum anzutreten. "Es wird auf alle Fälle eine Gaudi werden. Ich glaube, wir werden auf dem Center Court spielen. Ich bin es zwar nicht gewohnt, aber dafür spiel' ich Tennis. Wenn ich hier vor 20.000 rausgehen darf, ist es sicher eines der geilsten Gefühle, die es gibt auf dem Tennisplatz."
(APA/red)
