"Aus medizinischer Sicht nicht vertretbar": WM in Osaka geht in heiße Schlussphase
- ÖLV-Teamarzt Kröner findet Bedingungen untragbar
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Temperaturen über 30 Grad Celsius, Luftfeuchtigkeit bis zu 80 Prozent - die Leichtathletik-WM in Osaka wird so schwül und heiß enden, wie sie begonnen hat. Bilder von kollabierenden Athleten und Rangeleien bei den Verpflegungsstellen können sich wiederholen, denn stehen die 20 km Gehen der Frauen, am Samstag die 50 km Gehen der Männer und am Sonntag der Frauen-Marathon auf dem Programm.
Langstreckenbewerbe unter diesen klimatischen Verhältnissen? "Aus medizinischer Sicht nicht vertretbar", sagte Andreas Kröner, der Teamarzt des Österreichischen Verbandes. Der von Krämpfen geschüttelte ecuadorianische Geher Jefferson Perez lag nach der Ziellinie auf dem Boden, anstatt sich des Sieges zu freuen, rang er um helfende Hände. Der deutsche Geher Andre Höhne schaffte es nach einem Umweg vor dem Stadioneinlauf noch ins Nagai-Oval, ein Hitzschlag kurz vor Absolvierung der 20-km-Distanz brachte ihn dann aber um eine Topplatzierung. Wenn der Körper dehydriert, lässt auch die Konzentrationsfähigkeit nach.
Mit skeptischen Blicken hat Kröner die WM verfolgt. "Kurze Strecken sind kein Problem, aber Langdistanzrennen bergen das hohe Risiko von Hitzschlag, Hirnödem und Schwellungen", sagte der Orthopäde vom SMZ Ost in Wien. Der Köper vermag es nicht mehr, mit Schweißproduktion die Haut zu kühlen und damit die Körpertemperatur zu senken. "Die einzige Möglichkeit ist, Wasser über den Kopf zu schütten", sagte Körner, "bei einem Hitzschlag bist du zwei, drei Tage im Eck."
Im Marathon der Männer hatten 28 von 85 Teilnehmern aufgegeben, viele waren mit Kreislaufproblemen zusammengebrochen und am Asphalt gelegen. Hätte sich ein ÖLV-Athlet für den WM-Marathon qualifiziert, hätte Kröner ihm sicher von einem Start abgeraten, wenn er nur in Österreich auf das Ereignis hintrainiert hätte.
(apa/red)
