Montag, 27. August 2007

Griechenland brennt: "Unfähig" - scharfe Kritik an Regierung von Bürgern & Medien!

  • Apokalypse: "2.500 Jahre Geschichte in Flammen"

"2.500 Jahre Geschichte in Flammen" - so titelte die Sportzeitung "Spor tou Vorra" über die Feuerhölle in Griechenland. "Unfähig", schrieb die linksliberale "Eleftherotypia" und veröffentlichte auf der ersten Seite ein Bild von den Zerstörungen in der antiken Stätte von Olympia. Die Presse brachte zum Ausdruck, was die Griechen angesichts der Feuerkatastrophe empfinden: Trauer und Verzweiflung. Über 60 Menschen starben nach offiziellen Angaben. Tausende Tiere verendeten. Zahllose Familien verloren ihre Existenz: Olivenhaine und Zitrusbäume, die Haupteinkommensquelle auf dem Peloponnes, wurden zerstört. Mehr als 3.000 Menschen sind obdachlos geworden.

Wütend sind die Menschen auf die Verantwortlichen, viele fühlen sich im Stich gelassen. "Die Politiker sind alle Lügner und interessieren sich nur für sich selbst. Diejenigen, die jetzt regieren und die, die vorher regiert haben. Schande," sagte ein Lehrer aus Olympia. Die Zeitungen druckten apokalyptische Bilder der über das Land rollenden Feuerwalze. Eine 70 Jahre alte Frau beklagte den Verlust ihrer Ziegen und Hühner: "Ich habe nichts mehr in diesem Leben."

Keine Koordination
Kritik gab es an der Koordination der Löscharbeiten: Pensionierte Feuerwehroffiziere sagten im Fernsehen, es gebe in Griechenland keine Stelle, die die Kräfte bündele. Außerdem haben die freiwillige Feuerwehren nur wenige Mitglieder. "Wir sehen jetzt, wie wichtig die freiwillige Feuerwehr ist. Hätten wir solche Leute überall gehabt, würden wir vielleicht jetzt nicht so viele Tränen vergießen", sagte Nikos Sachinidis, Präsident des Verbandes der freiwilligen Feuerwehr.

Wahlen am 16. September
Am 16. September wählt Griechenland ein neues Parlament. Wie die Bürger abstimmen werden, kann niemand einschätzten. Die konservative Regierung unter Ministerpräsident Kostas Karamanlis spricht von einer Verschwörung. "Feinde aus dem Ausland sind am Werk" schrieb auch die populistische Zeitung "Avriani". Kritiker sprachen dagegen von einem Ablenkungsmanöver der Regierung. Der Sozialistenführer Giorgos Papandreou forderte, "die bürgerliche Regierung muss weg. Sie ist unfähig."

Politiker kümmern sich einen "Dreck"
Die Politiker kümmerten sich einen "Dreck" um die Menschen in den Orten der Tragödie bei Zacharo, Kalamata, Sparta und auf der Insel Euböa, sagte ein Fernsehkommentator und beklagte die Zerstörungen in der antiken Stätte von Olympia. "Eroberer kamen und gingen. Keiner hat Olympia angetastet. Wir werden anscheinend die einzige Generation sein, die Olympia beschädigt an die nächste Generation übergeben wird", sagte ein Reporter des TV-Senders MEGA. (apa/red)

27.8.2007 13:38