Sonntag, 2. September 2007

Rechtsextreme in Deutschland inhaftiert: Linke Abgeordnete mit Pfefferspray verletzt

  • Randale und verfassungsfeindliche Äußerungen
  • Proteste & Demonstrationen in Neuruppin & Dortmund

Die Polizei hat im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt mehrere Rechtsextreme wegen Randale und verfassungsfeindlicher Äußerungen festgenommen. In Dortmund kam es am Rande einer Neonazi-Veranstaltung zu Festnahmen. Bei einer Demonstration gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremen im brandenburgischen Neuruppin wurde die Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann (Linke) durch Pfefferspray verletzt.

In Halberstadt griffen nach Polizeiangaben zwei Männer eine Gruppe von Jugendlichen aus der linken Szene an, zwei der Überfallenen wurden verletzt. Die 21 und 22 Jahre alten Schläger wurden erst festgenommen, aber von einem Haftrichter wieder auf freien Fuß gesetzt. In Aschersleben wurden zwei Rechtsextreme in der Nacht zum Samstag bei einem Musikfest in Gewahrsam genommen. Nach Angaben der Polizei zeigten sie mehrfach den Hitlergruß. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

In Neuruppin kam es zu Protesten von schätzungsweise 1000 Menschen gegen einen Aufmarsch von Neonazis, an dem nach Polizeiangaben 61 Rechte teilnahmen. Zu ihm hatte der "Kampfbund deutscher Sozialisten" (KDS), eine als militant geltende Kameradschaft, aufgerufen. Als die Polizei eine Blockade von Gegendemonstranten auflöste, wurden die Bundestagsabgeordnete der Linken, Kirsten Tackmann, und der Kreisvorsitzende der Jungsozialisten, Paul Schulz, von Pfefferspray verletzt. Auch zwei Kinder waren betroffen. Alle kamen zur Behandlung ins Krankenhaus.

Die Polizei hatte zuvor angekündigt, mit rund 200 Einsatzkräften zur Stelle zu sein und keinerlei Störungen zu dulden. Tackmann und der Neuruppiner Baudezernent Arne Krohn wollen nun eine Strafanzeige gegen die Polizei wegen deren scharfen Vorgehens stellen.

Demonstration in Dortmund
Auch in Dortmund demonstrierten rund 2000 Menschen bei drei getrennten Veranstaltungen gegen einen Aufmarsch von rund 400 Rechtsextremen. Bei Auseinandersetzungen zwischen Anhängern des linken Spektrums und der Polizei erlitt ein Beamter leichte Verletzungen im Gesicht. Insgesamt sechs Menschen wurden festgenommen und erhielten Anzeigen, zwei davon aus der rechten Szene. Gründe waren unter anderem Körperverletzungen und die Verwendung von Zeichen verfassungsfeindlicher Organisationen, berichtete die Polizei.

(APA/red)

2.9.2007 12:12