Doch keine Lockerung des Waffengesetzes: Laut Schäuble geht Sicherheit absolut vor
- Stoppt Absenkung der Altersgrenze für Sportschützen
- Recht war nach Erfurter Amoklauf verschärft worden
Der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble stoppt sein umstrittenes Vorhaben zur Lockerung des Waffenrechts. Der Gesetzentwurf zur Absenkung der Altersgrenze für Sportschützen für den Erwerb von großkalibrigen Waffen werde nicht weiter verfolgt, teilte das Innenministerium mit. Die Senkung der Altersgrenze habe im Vorgriff "auf eine geplante, aber noch nicht endgültig entschiedene Harmonisierung der Altersgrenze für Waffenbesitzer durch die Europäische Union" erfolgen sollen.
"Sicherheit geht vor." Bei der Entwicklung kommenden EU-Rechts hätten die Sicherheitsbelange der Bevölkerung jedoch "absoluten Vorrang", erklärte Schäuble. "Daher bleibt es bei der bestehenden Altersgrenze von 21 Jahren." Der Innenminister war mit seinem Vorhaben, die Altersgrenze für den Erwerb großkalibriger Waffen von 21 auf 18 Jahre zu senken, auf breite Kritik gestoßen. Zuvor hatte SPD-Chef Kurt Beck Schäubles Vorhaben kritisiert. "Da fällt mir anderes ein, was harmonisiert werden müsste als die Tatsache, dass man leichter an Waffen kommt", sagte er im SWR.
Das Waffenrecht war nach dem Amoklauf eines 19-Jährigen an einem Erfurter Gymnasium im Jahr 2002 verschärft worden. Bei dem Massaker waren 16 Menschen getötet worden.
(apa/red)
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