Hunderte Millionen fließen nach Athen: EU sagt Griechenland nach Bränden Hilfe zu
- Barroso flog mit Premier Karamanlis über Region
Die Umweltminister der Europäischen Union haben Griechenland auf Grund der verheerenden Waldbrände in dem Mittelmeerland ihre Solidarität versichert. Der portugiesische Umweltminister und amtierende EU-Ratspräsident Francisco Nunes Correia betonte im Namen der EU-Staaten, die EU werde alles tun, Griechenland bei der Überwindung der "schwierigen Situation" zu helfen.
Am Vormittag hatte sich EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso ein Bild von der Lage gemacht. An Bord eines Hubschraubers überflog er zusammen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kostas Karamanlis von der konservativen Partei "Nea Dimokratia" (Neue Demokratie/ND) die Katastrophenregionen auf der Peloponnes-Halbinsel.
Die EU-Umweltminister waren am Wochenende in Lissabon zu einem informellen Treffen zusammengekommen. Dabei wurde auch über die Waldbrände in Griechenland gesprochen. Der Ratspräsident wies darauf hin, dass zahlreiche EU-Staaten Löschflugzeuge bereitgestellt und sich an einer gemeinsamen Aktion zur Bekämpfung der Flammen beteiligt hätten. Die Höhe der EU-Hilfe sollte in den nächsten Tagen in Brüssel entschieden werden. Die Rede war von 200 Millionen Euro Soforthilfe. Im Oktober könnten weitere 400 Millionen Euro aus Solidaritätsfonds ausgezahlt werden.
Spanien schlug vor, dass künftig nicht nur die Opfer von Überschwemmungen Mittel aus den Hilfsfonds der EU erhalten sollten, sondern auch die Opfer von Dürren und Waldbränden. Wie die spanische Ministerin Cristina Narbona mitteilte, unterstützten zahlreiche Minister den Vorschlag.
Im Mittelpunkt der Beratungen auf dem informellen Treffen in der portugiesischen Hauptstadt hatte das Problem der Wasserknappheit gestanden. Spanien plädierte dafür, in Barcelona ein europäisches Zentrum für Dürren und Wüstenbildung einzurichten.
Er sagte, die Kommission sei für Anträge auf Hilfe aus Griechenland bereit, sobald die Wirtschafts- und Umweltschäden untersucht worden seien. Regionalkommissarin Danuta Hübner hatte am Vortag zugesagt, die EU könne bis zu 600 Millionen Euro für Hilfen freigeben. 200 Millionen Euro davon könnten aus einem Fonds zur schnellen Katastrophenhilfe aufgebracht werden, kündigte Hübner an.
In Südgriechenland kämpften Feuerwehrleute am Samstag den achten Tag in Folge gegen noch bestehende Waldbrände. Auf der Halbinsel Peloponnes loderten am noch drei Großfeuer. Wegen der erwarteten neuerlichen Hitzewelle mit Temperaturen von 40 Grad Celsius und starkem Wind blieb die Lage angespannt. Nahe Sparta wurden vorsichtshalber drei Dörfer evakuiert. Insgesamt 13 Flugzeuge und 14 Hubschrauber waren auf der Halbinsel zur Brandbekämpfung im Einsatz.
Lage entspannt sich merklich
Auf der östlich der Hauptstadt Athen gelegenen Insel Euböa hingegen entspannte sich die Lage. Bei den verheerenden Waldbränden in Griechenland kamen mindestens 63 Menschen ums Leben. Vorläufigen Angaben zufolge verbrannten etwa 200.000 Hektar Land, mehr als 2000 Häuser wurden zerstört oder beschädigt.
Die Umweltminister der Europäischen Union berieten am Samstag bei einem informellen Treffen in Lissabon über den Vorschlag Italiens für ein Europäisches Katastrophenschutzzentrum. An dem Treffen nahm auch Gabriel teil. Er warnte im Deutschlandradio Kultur, die verbrannte Erde werde zu Bodenerosion und Wassermangel führen. Gabriel bot der griechischen Regierung Unterstützung bei der künftigen Brandvorsorge an. Dafür könne auch die deutsche Satellitenüberwachung genutzt werden, sagte der SPD-Politiker.
(apa/red)
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