Samstag, 1. September 2007

IAEO sieht 'Letzte Chance für Teheran': ElBaradei gegen Sanktionen in "Probezeit"

  • UN mit iranischen Führung auf "Roadmap" geeinigt
  • IAEO-Chef warnte eindringlich vor einem Militärschlag

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA sieht in der neuen Atom-Vereinbarung mit dem Iran die "vielleicht letzte Chance für Teheran". IAEO-Chef Mohamed ElBaradei sagte dem deutschen Magazin "Der Spiegel", Teheran dürfe diese Chance nicht verstreichen lassen.

Zum ersten Mal habe sich die UN-Behörde mit der iranischen Führung auf eine "Roadmap" einigen können und auf einen klar umgrenzten Zeitplan zur Klärung ausstehender Fragen, sagte ElBaradei. "Bis November, spätestens Dezember müssten wir sehen können, ob Teheran seine gegebenen Versprechen einhält." ElBaradei plädierte dafür, in dieser "Probezeit" für den Iran die UN-Sanktionen nicht zu verschärfen.

Der IAEO-Chef warnte zudem eindringlich vor einem Militärschlag. "Vielleicht könnte ein Großteil der iranischen Anlagen wirklich zerstört werden", sagte er dem "Spiegel". "Aber so etwas würde einen furchtbaren Flächenbrand in der Region auslösen und mit Sicherheit die Kreise stärken, die für den Bau einer Atombombe sind." Vor allem die USA mutmaßen, dass Teheran heimlich am Bau einer Atomwaffe arbeitet.

(apa)

1.9.2007 14:02