Samstag, 1. September 2007

Taliban rüsten mit Geisel-Lösegeld auf: Seoul zahlte 20 Mio. Dollar für Freilassung

  • Südkorea beteuerte hingegen nichts gezahlt zu haben
  • Entführer drohen unterdessen mit neuen Entführungen

Die radikal-islamischen Taliban haben für die Freilassung von 19 südkoreanischen Geiseln nach eigenen Angaben mehr als 20 Millionen Dollar von der Regierung in Seoul erhalten. Das gab ein Mitglied des Taliban-Führungsrates, der namentlich nicht genannt werden wollte, bekannt. Südkorea hat dagegen beteuert, kein Lösegeld gezahlt zu haben.

"Damit werden wir Waffen kaufen, unser Kommunikationsnetz auf den neusten Stand bringen und Fahrzeuge für mehr Selbstmordanschläge kaufen." Der Rat besteht aus zehn Personen und wird vom Taliban-Chef Mullah Mohammed Omar angeführt.

Die Taliban hatten ihre 19 Geiseln nach mehreren Wochen Gefangenschaft freigelassen. Zwei weitere hatten die radikalen Muslime getötet.

Taliban drohen mit weiteren Entführungen
Nach der Freilassung der letzten südkoreanischen Geiseln in Afghanistan haben die Taliban mit weiteren Entführungen gedroht. "Wir werden das gleiche mit den anderen Alliierten in Afghanistan machen, weil sich dieser Weg für uns als erfolgreich erwiesen hat", sagte ein Taliban-Sprecher. Südkorea hatte den Taliban zugesagt, seine in Afghanistan stationierten Soldaten bis Jahresende abzuziehen.

Außerdem soll der Einsatz christlicher Missionare aus Südkorea künftig unterbunden werden, so das Abkommen. Die Vereinbarung stieß vielerorts auf Kritik, da sie als Ermutigung zu weiteren Entführungen aufgefasst wurde.

(apa/red)

1.9.2007 18:13