Kriege am Balkan: Noch immer mehr als 17.000 Menschen nach Kriegen vermisst
- Laut jüngsten Schätzungen wurden 130.000 getötet
- Rotes Kreuz bringt Buch mit Verschollenen heraus
Nach den Kriegen im früheren Jugoslawien in den 90er Jahren werden nach Angaben des Roten Kreuzes noch immer mehr als 17.000 Menschen vermisst. 13.449 Menschen würden noch in Folge des Konfliktes in Bosnien (1992-95) vermisst, von 2.386 Menschen fehle nach dem Krieg in Kroatien (1991-95) jede Spur, und nach dem Kosovo-Krieg (1998/99) gebe es noch 2.047 Fälle von verschollenen Menschen, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zum internationalen Tag für vermisste Menschen mit. "Das macht insgesamt 17.882 offene Fälle", hieß es in einer Erklärung des IKRK.
Das Komitee kündigte die Veröffentlichung eines neuen Buchs mit den Vermissten aus dem Kosovo an. Entsprechende Bücher sind Anfang des Jahres bereits für Kroatien und Bosnien erschienen. Bei den blutigen Auseinandersetzungen im früheren Jugoslawien, die zum Zerfall des Vielvölkerstaates führten, sind in den 90er Jahren nach neusten Schätzungen rund 130.000 Menschen getötet worden. Mehr als zwei Millionen Menschen mussten fliehen.
(apa)
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