Mittwoch, 29. August 2007

Beamtenstreik in britischen Gefängnissen: Völlig überraschend mehr Geld gefordert

  • Tausende Bedienstete legten plötzlich Arbeit nieder
  • Regierung will Gehalt nur geringfügig aufbessern

Tausende Gefängnisbeamte in England und Wales sind überraschend in den Streik getreten. Der Arbeitskampf werde mindestens 24 Stunden dauern, teilte die Vereinigung Prison Officers' Association (POA) am Mittwoch mit. Bis zu 90 Prozent der 28.000 Mitglieder hätten die Arbeit niedergelegt, um für bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen zu demonstrieren. Es ist der erste Streik der POA seit dem Zweiten Weltkrieg. Das britische Justizministerium nannte den Ausstand "illegal", die Gefängnisse seien aber sicher. Die Häftlinge befänden sich in ihren Zellen, berichtete die BBC. Möglicherweise würden Polizisten eingesetzt, um die Sicherheit zu garantieren.

Die Beamten protestieren unter anderem gegen den von der Regierung versprochenen stufenweisen Anstieg der Gehälter um 2,5 Prozent. Dies liege unter der Inflationsrate, kritisierte die POA. Zuletzt war es in britischen Gefängnissen immer wieder zu Problemen wegen Überfüllung gekommen. Der POA-Vorsitzende Colin Moses sagte, der  Streik sei die Folge von "zwei Jahren Frustration". "Wir sollten sicher so gut, wenn nicht besser behandelt werden, als die Häftlinge, auf die wir aufpassen." 

Angespannte Haft-Situation
In England und Wales gibt es 140 Gefängnisse mit rund 81.000 Häftlingen. Das sind nur wenige Hundert unter der Kapazitätsgrenze. Vor zehn Jahren waren es noch rund 61.000 Insassen. Das Einstiegsgehalt für einen Gefängnisbeamten liegt bei rund 18.000 Pfund (26.513 Euro) und kann bis zu rund 28.000 Pfund steigen.

(apa/red)

29.8.2007 12:45