Montag, 27. August 2007

Armee lockt Rekruten mit saftigen Prämien:
20.000 Dollar ist mehr als ein Jahressold

  • Über 90% aller Neu-Rekruten nehmen Eil-Bonus an
  • Kritik. Auch ungeeignete kommen zum Militärdienst

Angesichts ernsthafter Rekrutierungsprobleme wirbt die US-Armee mit beträchtlichen Zusatzprämien Freiwillige für den Militärdienst an. Knapp 95 Prozent aller neu gemeldeten Rekruten hätten von dem seit fünf Wochen gültigen Angebot Gebrauch gemacht, im Gegenzug für eine 20.000-Dollar-Prämie innerhalb von 30 Tagen mit der Grundausbildung zu beginnen, teilte die US-Armee mit.

Diese Summe - umgerechnet etwa 14.600 Euro - übersteigt in den meisten Fällen den gesamten Jahressold eines Rekruten. Die Armee bietet den so genannten "Eil-Bonus" all jenen Rekruten an, die sich bis 30. September zum umgehenden Militärdienst melden.

Armee will 80.000 Rekruten anwerben
Die US-Armee hat sich zum Ziel gesetzt, im Laufe des Jahres 80.000 Rekruten anzuwerben. Im Mai und Juni wurden die Zielmarken für die monatliche Rekrutierung verfehlt. Vor allem der unpopuläre Irak- Einsatz wird für das mangelnde Interesse an den Streitkräften verantwortlich gemacht. Derzeit sind gut 160.000 US-Soldaten im Irak stationiert, die Streitkräfte klagen über eine dünner werdende Personaldecke. In den USA gibt es keine Wehrpflicht, die Armee besteht aus Freiwilligen.

Kritiker werfen den Streitkräften vor, angesichts der Rekrutierungsprobleme durch die Zusatzprämie auch solche Rekruten anzuwerben, die für den Militärdienst nicht geeignet sind oder sich nur aus finanzieller Not melden. Militärsprecher Douglas Smith wies solche Vorwürfe zurück. "Finanz- und Bildungsanreize sind Teil des Rekrutierungsprozesses, seit wir 1973 zur reinen Freiwilligenarmee wurden", sagte Smith gegenüber AFP. "In der Regel gibt es mehrere Gründe, weswegen sich Rekruten bei der Armee melden. Finanzielle Anreize sind einer davon."

(apa/red)

27.8.2007 22:44