Montag, 27. August 2007

Wieder Neonazi-Vorfälle in Deutschland: Neue rechtsextremistische Zwischenfälle

  • Asylbewerberin in Chemnitz angegriffen und verletzt
  • Hakenkreuzflagge bei einer Geburtstagsfeier

Die deutsche Polizei hat erneut mehrere Vorfälle mit offenbar fremdenfeindlichem oder rechtsextremistischem Hintergrund registriert. Im sächsischen Chemnitz wurde bei dem einen Zwischenfall in der sächsischen Stadt eine 40-jährige Asylbewerberin aus Afghanistan angepöbelt und eine Treppe hinuntergestoßen worden. Wie es hieß, zog sich die Frau bei dem Sturz Schürfwunden zu. In Thüringen wurden ein Döner- und ein Asia-Imbiss angegriffen.

Der Angriff auf die Frau erfolgte den Angaben zufolge in einer Kultureinrichtung. Die Asylbewerberin war mit ihren beiden Kindern und einer Bekannten in einem Kulturkaufhaus unterwegs, als ein Mann aus einer Gruppe auf sie zukam und sie anpöbelte. Unter anderem äußerte er, die Frau solle in ihr Heimatland zurückgehen. Anschließend stieß der Unbekannte die 40-Jährige eine Treppenstufe hinunter. Ein älteres Ehepaar kam der Verletzten zu Hilfe und versuchte, den Mann zur Rede zu stellen. Dieser entfernte sich aber mit der Gruppe.

Feuerwerkskörper auf Döner-Imbiss
Zwei unbekannte junge Männer warfen weiters einen Feuerwerkskörper auf einen Döner-Imbiss im thüringischen Bad Sulza. Das Wurfgeschoss brannte ab, ohne Sachschaden anzurichten, wie die Polizeidirektion Jena mitteilte. An der Scheibe des Kiosks sei ein Zettel angeklebt worden, auf dem volksverhetzende Inhalte und unter anderem auch ein Hakenkreuz aufgemalt worden seien. Zudem sei ebenfalls in Bad Sulza die Schaufensterscheibe eines Asia-Imbisses mit Hilfe eines Verkehrszeichens eingeworfen worden. Die Jenaer Kriminalpolizei ermittelt wegen Sachbeschädigung, Volksverhetzung und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Geburtstagsfeier mit Reichskriegsflagge
Zivilbeamte der Chemnitzer Polizei wurden zudem auf eine Geburtstagsfeier aufmerksam, bei der die Reichskriegsflagge an einer Wäscheleine zur Schau gestellt worden war. Als die von den Beamten angeforderte Unterstützung eintraf, hatten die Besucher der Geburtsfeier diese und eine Flagge mit einem Keltenkreuz bereits in einem Gebüsch versteckt. Von 15 Gästen der Feier wurden die Personalien festgestellt, die Party löste die Polizei auf. Gegen den 21-jährigen Gastgeber wird wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt.

(APA/red)

27.8.2007 18:07