Montag, 27. August 2007

Papua Neuguinea: An Aids Erkrankte aus Angst und Hilflosigkeit lebendig begraben

  • Dorfbewohner begraben HIV-Kranke mit Schaufeln
  • Frauen als Auslöser für AIDS beschuldigt & gefoltet

In Papua-Neuguinea haben Einwohner ihre an Aids erkrankten Angehörigen lebendig begraben. Sie hätten nicht die Mittel, die Erkrankten zu pflegen und hätten Angst vor Ansteckung gehabt, berichtete die Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation, Margaret Marabe, am Montag.

Sie habe während ihres fünfmonatigen Aufenthalts in den abgelegenen Bergregionen des armen Staates im Südpazifik mit eigenen Augen gesehen, wie fünf Aids-Kranke lebendig vergraben worden seien. Einer habe noch um Hilfe geschrien, als Schaufeln voller Erde ihn begruben, sagte Marabe, die für die Hilfsorganisation "Igat Hope" (Ich habe Hoffnung) arbeitet. Die Einwohner hätten ihr erklärt, dass diese Praktik in ihrem Land weit verbreitet sei.

Frauen als HIV-"Hexen" beschuldigt und gefoltert
Marabe hielt sich im Rahmen einer Aids-Aufklärungskampagne in der Region auf. "Einer der Kranken war einer meiner Cousins", berichtete sie. Sie rief die Regierung und Präventions-Initiativen dazu auf, in Zukunft verstärkt die ländliche Bevölkerung über Aids zu informieren. In einigen Regionen seien auch als "Hexen" beschuldigte Frauen gefoltert und getötet worden, weil sie für die Infektion mit dem HI-Virus verantwortlich sein sollten.

Unkontrollierte Verbreitung der Immun-Krankheit
HIV breitet sich in dem Sechs-Millionen-Einwohner-Staat derzeit unkontrolliert aus. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen stieg die Zahl der Infizierten in Papua-Neuguinea zwischen 1997 und 2005 um 30 Prozent auf rund 60.000. (APA/red)

27.8.2007 12:07